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Startschuß in eine lebenslängliche Leidenschaft! |
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Das Kind gibt keine Ruhe, es sitzt den ganzen Urlaub bei den Anglern und schaut ihnen geduldig zu....Fast so, als hätte ich den Tonlaut meiner Mutter gerade gehört. Doch liegt es schon fast 31 Jahre zurück. Unseren jährlichen Sommerurlaub verbrachten wir mit der ganzen Familie gerne in Kärnten, an diesen wunderschönen, österreichischen Seen. Der jüngste Sproß jedoch saß, Tagein-Tagaus am See und guckte den Anglern beim Fischen zu. Im Jahr 1976 hatten die Eltern ein Einsehen und kauften dem Jungen ein Angelset. Inhalt: Steckrute 1,80, Billigstrolle, Pose, Blei und Haken. Mein erster Fisch- ein Barsch. Anschließend Rotaugen. Und so angelte ich die Urlaube hindurch, als gäbe es nichts anderes auf dieser Welt! |
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In unserem Heimatdorf fanden sich schnell gleichgesinnte Kiddies, so daß nach unseren Hausaufgaben, die hiesigen Bäche unsicher gemacht wurden. Wir fingen damals Forellen mit selbstgebastelten Keschern, Federballschläger dienten als Grundgestell (heute heisst das Badminton), Kartoffelsäcke als Netz! So machten wir uns auf, die Bäche hoch und runter zu waten, durchkrabbelten Röhren und verbrachten herrliche Kindheitstage in den hiesigen Bächen. Natürlich fingen wir viele Fische. Wir verkauften sie beispielsweise an Nachbarn für 2,--DM das Stück. Von diesem verdienten Geld, kauften wir in den Jahren, unsere Angelausrüstungen zusammen. Natürlich wurde auch das Weihnachts-und Geburtstagsgeld, komplett beim Angelhändler angelegt. |
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Mit zunehmenden Alter, so ab 9-10 Jahren, brachen wir auf, um am örtlichen Forellenteich unser Unwesen zu treiben. Nachdem wir das Schleppen mit Teig erlernten und perfektionierten, wurden wir bei den Erwachsenen zusehends unbeliebter. Mit Stückzahlen zwischen 10-30 Forellen, zogen wir uns den Neid unserer älteren Kollegen zu. Natürlich schon damals, mit 3 geteilter Steckrute “Black Carp” von DAM. Es war schon beeindruckend, wenn wir Böppen mit unseren Anhängern hinter dem Fahrrad am See ankamen. |
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Die Begeisterung meiner Eltern hielt sich in Grenzen. Trotzdem wurde der Fisch verspeist. Welch unglaublicher Frevel! Mit der Zeit reichte uns dieses Forellenangeln nicht mehr aus. Neue Abenteuer mussten her und so traten wir, noch vor erfolgreicher Ablegung der Fischereiprüfung in den hiesigen Angelverein ein. Dieser Verein wurde unter strengem Regiment eines Soldaten geführt. Wir durften im 1. Jahr, bedingt durch unsere noch nicht vorhandene Prüfung, nur in Begleitung eines Erwachsenen angeln. Das war jedoch für uns kein Hindernis und so fuhren wir in jeder freien Minute zum See. Anfangs auf Forellen und Saiblinge, später stippten wir Rotaugen. |
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Es kam die Zeit, in der meine Eltern lernen mussten, daß der halbe Liter Maden in den Kühlschrank gehört, Hanf und sonstiges in der Kaffeemühle gemahlen wird und Taubenkot zum guten Rotaugenfutter einfach dazugehört! |
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Nachdem unsere Eltern schon verstanden hatten, daß wir zum Forellenteich mitten in der Nacht aufbrachen, um eine gute Stelle zu erwischen, mußten Sie nun lernen, daß Ihre Sprößlinge am See übernachten wollten, da bekanntlich die ganz “Großen” nur nachts an den Haken gehen. |
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Auch diese neue Variante des Angelns wurde toleriert und letztendlich auch unterstützt. Lohn dieses Verständnisses gab es in Form eines 90 cm Hechtes, der lebend in der Badewanne schwamm! Beim Betreten des Badezimmers, ist er meiner Mutter zur Begrüßung entgegengesprungen. |
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Trotz allem, gaben meine Eltern nie auf, das Gute in dem Treiben ihres Sohnes zu suchen. |
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Viel lieber als meinen Hausaufgaben, widmete ich mich damals akriebisch und erfolgsbesessen der Stipperei. Tausend Futtermischungen wurden angerührt, immer neue Düfte probiert. Mutti`s Lebkuchengewürze, Kokosflocken und Buttervanille, nichts war mehr sicher. |
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Alles wurde vereinnahmt und ausprobiert. Wir nahmen mit der Jugendgruppe erfolgreich an den Kreismeisterschaften teil und unser Betreuer lernte von uns den Umgang mit der Matchrute! Feines englisches Wagglerfischen, betrieben wir in Perfektion. |
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Und so erzählen wir uns noch heute die Anekdoten des Gelächters, als Kai mit dem Winkelpicker auszog, um mit einer Made Karpfen zu stippen. Die Erwachsenen bogen sich vor Lachen und konnten es nicht begreifen, daß sie mit ihrer plumpen Kartoffel, im Jahr höchstens 2 Fische überlisten konnten, während wir diese locker am Nachmittag fingen. Wie schnell wir Nachahmer fanden kann sich jeder denken. |
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Martin und Ilja machten sich derweil nach der Disco auf, mich zu besuchen. Martins Bericht zu Folge, bekamen sie den Kescher zusammen nicht aus dem Wasser! |
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Nach kurzem Gastspiel in einem PB-Angelverein, ging es los Richtung Minden. Eine super Seenlandschaft, kilometerlange Kanalstrecken und die Weser warteten darauf erkundet zu werden. Kein leichtes Unterfangen wie sich herausstellte. Denn selbst heute, sind diese Seen noch voller Rätsel und Überraschungen, welche durch uns, immer wieder auf`s Neue entdeckt werden! |
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Ulrich Gloger |
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