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Rheinangeln ist tatsächlich nichts für kleine Jungs!

Das dies tatsächlich so ist, bestätigte erneut unsere diesjährige Tour an den Rhein. Am Wasser angekommen fiel uns sofort das extreme Niedrigwasser auf. Das schmeckte unserem Waller Martin überhaupt nicht und so suchten wir die nächsten 4 Std. nach geeigneten Alternativen. Nach endloser Suche, beschlossen wir nun doch, die zuerst aufgesuchte Stelle zu befischen.

Schnell waren die Boote aufgepumpt und das erste Abenteuer “Übersetzen” konnte beginnen. An der Buhne angekommen bauten wir unsere Zelte auf, suchten geeignete Plätze und platzierten die Ruten. Martin stippte noch einige Köderfische und war für die Nacht gewappnet. Danach versenkte er die Wallerruten. Unsereins hingegen, widmete die ganze Aufmerksamkeit den Karpfen.

Ko von den beschwerlichen Strapazen sorgten wir erstmal für das leibliche Woh, um anschliessend ins Reich der Träume zu fallen.

In der 1. Nacht passierte nichts, doch schon nach dem Frühstück zog meine linke Rute ab und ein makeloser Schuppenkarpfen ergab sich nach einem heftigen Drill.

Der nächste Biß erfolgte gegen Nachmittag und auch dieser Schuppmann landete sicher im Kescher.

Alles klappte wie am Schnürchen, doch die nächsten beiden Fische blieben leider hängen. Trotz hinruderns und allen Tricks, blieb nur noch der Abriss übrig.

So ein Mist. Ich ärgerte mich so sehr darüber, da immer wieder das gleiche Hindernis den Erfolg zunichte machte.

Beim 3. Hänger zog ich vom Boot aus einen halben Baum aus den Tiefen des Rheins.

Martin verfolgte das Spektakel vom Ufer aus und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Dreckig und das Boot total versifft kam ich wieder, doch der Fisch war im Netz. Ein weiterer Schuppenkarpfen.

Martin stippte eifrig Köderfische, doch seine Pieper blieben stumm. Die Karpfen waren deutlich aktiver und so war es wieder mein Delkim, der diesen schönen Dauerton von sich gab. Martin stand mit dem Kescher bereit und ich traute meinen Augen nicht.

Schon im Wasser erkannte ich, daß es Herr Wels war, der es sich nicht nehmen liess, die ausgelegten Maiskörner aufzulesen....

Nun schmunzelte ich über das ganze Gesicht und konnte mir natürlich den ein oder anderen Seitenhieb Richtung Waller Martin nicht verkneifen.

Wir freuten uns gemeinsam über den ersten Wels in meiner langen Anglerlaufbahn. Wie es der Zufall halt so möchte. Es fiel uns deutlich auf, das das Wasser zwar langsam aber kontinuierlich stieg.

Wie lange noch konnten wir auf der Buhne ausharren?

Nicht das wir nachher des Nachts weggespült werden und unser Tackle stromabwärts Richtung Köln treibt.

Wieder einmal half ich Lille beim Rausbringen seiner Ruten und stand ca. 4 m von meinem Pod entfernt, drehte mich in weiser Vorausahnung um, wohlwissend das in den nächsten Sekunden ein weiterer Fisch abschiesst.

Und so war es dann auch. Meine Rute krümmte sich, es piepte, die Rute wurde immer krummer...immer krummer...blitzschnell legte ich Martins Welsrute ab, rannte zum Rod Pod, welches sich schon komplett Richtung Rheingrund verabschiedete...griff mit der einen Hand eine Rute, mit der anderen das Pod.

Leider hatte ich nur 2 Hände zur Verfügung und so lag die Rute mit dem Fisch leider auf dem steinigen Grund des Rheins....Oh nein, so ein Sch...

Alles Fluchen nutzte nichts! Martin schlug vor, eine Rute mit einem extrem Drilling zu bestücken und diesen über den Grund zu ziehen.

Das Glück schien mich verlassen zu haben und so überliess ich es Martins Geschick und siehe da, der 2. Wurf beförderte meine Rute an die Wasseroberfläche.

Überglücklich, die Rute wieder in Händen halten zu dürfen, staunte ich nicht schlecht, dass sogar der Fisch noch Schnur abzog. So drillte ich einen weiteren Schuppmann und konnte diesen Übeltäter dann auch sicher landen.

Was für ein Glück! Leider blieben die Raubfischangeln ohne Fortune. Ausser einer Attacke, wahrscheinlich ein kleinerer Wels, blieben die Pieper stumm. Da das Wasser ständig weiter stieg und sich die Temperatur deutlich abkühlte stellten auch die Karpfen ihre Aktivitäten ein. Schade auch, dass wir die im vorherigen Jahr so zahlreichen Graser nicht fangen konnten. Wir packten dann schliesslich etwas früher als geplant ein und fuhren zufrieden Richtung Heimat.

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