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Es ist Ende März, Anfang April und die Sonne hat uns mehr als ein paar nette Tage geschenkt. Im Studium bahnt sich eine freie Woche an und es stellt sich DIE Frage: Wohin sollen wir fahren? Cassien? Na ja, es bleibt eine Woche, evtl. kann man 9-10 Tage daraus machen. David reicht Urlaub ein, den er kurz darauf leider nicht genehmigt bekommt. Somit bleibt die besagte eine Woche und weiterhin die Frage: Wohin? Wir entscheiden uns für ein Gewässer, welches wir nun seit gut 4 Jahren eher mit sehr mässigem Erfolg befischen.
Ein großer klarer See, in dem eine Sicht von gut 5-6 Meter mit dem Aquascope möglich ist. Die Aussicht lässt deutlich zu wünschen übrig. Es ist Anfang April und das Wasser in einem so großen See wird sicher nicht warm sein denke ich. Der Bestand des Sees lässt ebenfalls deutlich zu wünschen übrig. Die Einheimischen erfreuen sich jährlich daran, wenn Sie am Ende der Saison eine Bilanz mit viel Einsatz (min. 3 Wochenenden im Monat) und ca. 20 Fischen verbuchen können. Allerdings entschädigen diese wohl den ganzen Einsatz durch Größe und Schönheit. Das ist nicht wirklich mein Ding, ich brauche da noch ein bisschen mehr Action, auch wenn die Fische kleiner sind. Die Entfernung von ca. 300 km hindert uns wohl auch daran, dass wir bei diesen Erfolgen kontinuierlich mitmischen können.
Es bleiben uns regelmäßig die Stellen, die nicht unter Futter stehen. Man kennt und respektiert die anderen, welche sich mit Mühe die Fische auf die Spots holen. Jedoch jucken die Finger nach dem so langen Winter doch zu sehr, dass man nicht losgeht. Wir kennen die großen Bekannten alle und haben wohl schon zu oft geträumt und gesponnen, dass es jetzt bei dem nächsten Ansitz doch klappen wird. Immer wieder werden wir auf den ach so bekannten „Boden der Tatsachen“ zurückgeholt. Man wacht morgens auf und weiß, es scheint doch nicht so leicht zu sein, wie es unsere Gedanken halluzinieren. Also los, denn lieber nichts fangen, jedoch die Chance haben, als zu Hause zu sitzen. Ich begebe mich pünktlich wie geplant am Montag zum See, wo ich die nächsten 3 Nächte alleine sein werde. Gegen 12 Uhr am See angekommen bleibt mir noch genug Zeit nach Fischen Ausschau zu halten.
Es befinden sich 4 weitere Karpfenangler am See, was nicht weiter schlimm ist, da man diese auf der Wasserfläche nicht wiederfinden kann. Zwei der „Prominenten“ kenne ich gut und informiere mich über die vergangene Zeit von diesem Jahr. Ergebnis: Meine Laune schwindet. Wieder scheint die Sonne und das Wetter soll so bleiben, konstant bleiben. Die offensichtlichen Spots, offensichtlich für mich, sind besetzt und fangen nicht! Plateaus, die gefüttert sind. Kanten wo im Sommer viel Kraut ist. Wo sind die Fische? Ich belege einen Platz, der mir im Herbst schon gute Fische gebracht hat. Ich habe hier bis Donnerstag zu verweilen und das Beste daraus zu machen, dann wird David zu mir stoßen und man könnte evtl. umziehen. Die Spots kenne ich und fahre die Ruten in der Dämmerung raus. Die Nächte lassen doch noch den Winterschlafsack zu, wobei das Wasser unglaublicher Weise an der Oberfläche 14 Grad hat. 14 Grad!!! Es ist Anfang April! Wie sollte die erste Nach verlaufen? Vollrun, Kontakt und ein mega Drill, im Netz liegt er. Ich habe ihn schon so oft gesehen und nun liegt er da. Dann geht jedoch langsam die Sonne auf und nimmt mir erneut meinen Erfolg. Gibt es etwas Schlimmeres als morgens zu sehen, dass alles wie am Abend zuvor dort steht? Naja ok, dass alles weg ist ;-). Die zweite Nacht? Blank!
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