|
karpfen.04 |
||||||||||||||||||||||
|
news germany france europe team Schalke04 events links Impressum |
||||||||||||||||||||||
|
Lac de Saint Cassien - so unbeschreiblich schön und doch so hässlich |
||||||||||||||||||||||
|
Allem vorab, dies soll kein weiterer Bericht über einen See werden, der in fast jeder Zeitschrift zu finden ist und so unglaublich hoch gelobt wird. Kein Bericht über unsere Künste und Fähigkeiten, was wir doch für tolle Angler sind oder Ähnliches. Davon finden wir mehr als genug in unseren führenden Magazinen. Es soll mehr ein Bericht, eine Darstellung von unserem Erlebnis werden und evtl. als Entscheidungshilfe dienen, für andere Leute, die ebenfalls ihr erstes Cassienfischen planen. Auch wenn es nicht allen gefallen wird, möchte ich die Verschleierung, die nicht „jedem“ bekannt ist niederlegen. |
||||||||||||||||||||||
|
So mussten auch wir einfach mal selber erleben, wie das Fischen am Lac de Saint Cassien ist. Somit stand für uns fest, dass wir im Frühjahr diesen Jahres nach Südfrankreich mussten. Informationen sammeln fiel nicht sehr schwer, da ja schon fast jeder einmal dort war und jeder etwas zu berichten weiß. Schwer einzuschätzen was wahr und falsch ist, wer etwas berichten konnte und wer einfach nur etwas berichten wollte. Letztendlich erhielten wir noch Aussagen, die uns unter anderem sicher sehr geholfen haben. An dieser Stelle noch mal ein großes Danke. |
||||||||||||||||||||||
|
Die Motivation wuchs mit jedem Blick. Um so schneller wollten wir aufs Wasser, zu den Spots. Als wir die Brücke am Kreuz überquerten, blieb uns fast der Atem stehen - vor Schönheit oder Bewunderung, ich kann es nicht mehr ganz sagen. Endlich war man da. Schnell die Karten geholt und ab an die Slipstelle. Hier konnte man nun schon sehen, dass wir nicht die einzigen waren. Es war recht „viel“ los, viel für uns! Wie zu erwarten waren die „besten“ Stellen bereits besetzt. Dank vorher geführter Gespräche waren die Gegebenheiten für diese Jahreszeit klar, falls man die Gegebenheiten so einfach für jedes Jahr pauschalisieren kann. Selbstverständlich war von Kevin Ellis, der Ruderschule bis runter zum Brückenplateau alles voll. Alle mit dem gleichen Ziel? Schliesslich ziehen doch alle Fische um diese Jahreszeit in den Westarm, oder? Das schöne ist, es wurde dort überall seit mehr als zwei Wochen kein Fisch gefangen. Das Wasser hatte ca. 6-7 Grad an der Oberfläche und der See war voll! Mit voll meine ich, dass nahezu alle Plätze unter Wasser standen. Wir kannten keine Wasserstände an diesem See und waren deshalb gut zufrieden, im Gegensatz zu fast allen anderen. Als wir kamen fuhren gerade zwei weitere Deutsche schimpfend nach Hause. Unverständlicher Weise, denn sie hatten einen guten Fisch von knapp 18 Kilo gefangen, in „nur“ fünf Tagen. |
||||||||||||||||||||||
|
In der zweiten Nacht folgte mal wieder ein Brassen dem Ruf meiner Kugeln, vielleicht kennt man die Situation, etwas zu faul vielleicht hat man Glück und er hängt noch nicht. Nach weiteren ca. fünf Minuten kam dafür ein angenehmeres Geräusch, Vollrun! Na, kann sich wer denken was nun kommt? :-) Anhieb, er rennt weiter. Aufs Boot, er rennt weiter. Über dem Fisch, die 3,5 lb krumm und die Schnur pfeift im mittlerweile eisigen Wind. David sagte schon: „Er kommt nicht nach oben, niemals das ist kein Karpfen.“ Naja, bei 6-7 Grad Wassertemperatur, bei -5 bis -8 Grad Lufttemperatur in der Nacht wollte ich es nicht wirklich glauben, aber nach ein paar weiteren Minuten war auch mir klar, dass es ein Wels sein musste. Leider bekamen wir nicht die Chance ihn einmal nah genug am Boot zu haben um ihn zu sehen. Nach gut 25-30 Minuten Drill sollte er sich festsetzen und Sieger bleiben. Schade drum, das wäre der erste gute Fisch am Cassien gewesen. Evtl. hätte ich einem guten Freund von mir, David R., der letztes Jahr drei verschiedene Welse über 90 Kilo in Deutschland verbuchen durfte, auch mal einen schönen Wels präsentieren können. |
||||||||||||||||||||||
|
Der Gesamtanblick der Stelle war wahrlich kein Traum mehr und unser Wohlbefinden wandelte sich. Ich wollte unbedingt einen Fisch an diesem Gewässer fangen um zu sagen, ich war dort und habe nicht geblankt. Wir hatten eh nicht vor hier bis zum Ende zu verweilen und wollten nach den neuen Bildern schnellstmöglich weiterziehen. Was blieb also…der Westarm war voll, naja, man hätte sicher noch einen Platz gefunden, da die Leute es ja gewohnt sind ihre Kugeln 5 Meter neben eine fremde zu legen. Wir wollten dann jedoch lieber in den Südarm. Der war leer, freie Platzwahl. Hier hatte man uns gesagt ist es härter Fische zu fangen. |
||||||||||||||||||||||
|
Was ist hart? Ich musste mir damals von einem Vereinskollegen, mit dem ich leider auch nicht immer gut ausgekommen war, sagen lassen: „Was soll dieses ganze Gerede von harten Gewässern, entweder man kommt mit den Gegebenheiten klar oder nicht!“ Ist was Sinniges dran, oder? Was ist also hart? Das es Leute gibt die an diesen See kommen und nichts fangen? Haben diese Leute das in Deutschland nicht? Fangen diese Leute in Deutschland immer? Oder ist es hart, weil diese Leute nicht gleich beim ersten Ansitz, auch wenn er lange dauern möge, den 25+ Kg fangen? Klappt das hier in Deutschland immer? Das Einzige was dieses Gewässer schwierig machen könnte ist, dass der Fisch im Durchschnitt wohl an 80-90 x 4 Ruten vorbei muss, um bei einem selber zu beissen! Sollte im Vorfeld klar sein, damit die Enttäuschung nicht zu groß wird. |
||||||||||||||||||||||
|
Schnell den Österreichern Bericht erstatten auf welcher Tiefe der Fisch lief und tiefer in den Südarm. Am neuen Platz angekommen ging das ganze Spiel wieder von vorne los. Hier durften wir dann allerdings schon beim ersten Sonnenaufgang einen der heranwachsenden Welse fangen. Meiner! Somit war auch mein Blank erledigt. Drei weitere Tage sollten an diesem Spot vergehen, der übrigens ebenfalls nicht wirklich sauber noch rein war. Aber immer das positive sehen. Im Sommer sitzen doch eh alle deutlich näher am Wasser, da stört einen doch der ganze Dreck in den Büschen nicht, oder? Zu dieser Zeit lag das Bananenplateau beispielsweise auf ca. 8 Meter, unser Karpfen lief auf 4,5 m. Der See musste voll sein, vielleicht war das auch der Grund, warum das Wasser nun täglich oder nächtlich sank, der Stau musste offen sein! |
||||||||||||||||||||||
|
Man lernte noch weitere Leute kennen, denen es bereits gelungen war einen Fuchs mit einem Welshaken zu fangen, da dieser doch tatsächlich Futter gefressen hatte, welches einer der Angler vor seinem Zelt gelassen hatte. Selber Schuld, wie kann der blöde Fuchs auch nur darauf kommen, dass es zum fressen da ist. Naja, die dicke Schnur, der Haken und ein Baum als Befestigung sorgten schon dafür, dass er nicht wiederkommen wird. Ein Team von einem bekannten Köderhersteller war mittlerweile auch da, um anzufüttern! Wie konnte man anfüttern? Waren die Stellen nicht unplanbar? Saßen nicht eh schon genug Leute am See? Schon, aber man kann sich ja absprechen! Somit wird eine Stelle nicht befischt, sondern nur geblockt. Wer von uns kann auf diesem Wege nicht zu den Besten der Besten gehören oder schnell mal beim ersten Ansitz dicke Fische in den großen Seen fangen? Eine wahre Kunst! Das Team, welches den Platz befischen würde, kam übrigens ca. eine Woche nach unserer Abreise. Was jährlichen Besuchern wohl auch nicht neu sein dürfte, aber von mir bis heute noch nicht gelesen wurde ist, dass man auch schon mal mit einer handfesten Auseinandersetzung rechnen muss, wenn man auf einer Stelle sitzt, wo ein anderer Angler das Recht des höheren Anspruchs auf diese verspürt. Es soll ja bereits bis zu einer Schiesserei gekommen sein. |
||||||||||||||||||||||
|
Das Erlebnis „Cassien“ war sicherlich ein Gutes und ein Schlechtes zugleich. Würde ich ein Resümee ziehen, habe ich schönere Gewässer in Deutschland! Was bringt einem selbst die schönste Natur, wenn man sie beim Fischen nicht geniessen kann? Die vielen Fische mit ihren ausgerissenen Mäulern? Und wenn die schlechten Erfahrungen meiner Meinung nach stärker sind als die Guten, habe ich doch noch ein Ziel für diesen See und werde dort noch weiter fischen. Schöne Fische soll der See wohl noch haben, auch wenn sie keine 30 + Kg halten. Jedoch fahre ich beim nächsten Mal mit einer anderen, richtigen Ansicht und Erwartung runter. Und sehr wahrscheinlich mit der gleichen Frage wieder weg, warum man immer das zerstören muss, was solche Orte einzigartig macht? |
||||||||||||||||||||||
|
news | germany | france | europe | team | Schalke04 | events | links | Impressum |
||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||