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Alle Jahre wieder

Das Jahr 2009 neigt sich nun fast dem Ende zu. Mit meinem Angeljahr war ich überhaupt nicht zufrieden, gab es doch immer wieder Phasen, in denen ich kaum oder gar keine Zeit zum Angeln hatte. Leider musste ich auch wegen der Arbeit auf die extra Nächte in der Woche verzichten.

Der Herbst sollte alles retten und die Erfolge im September waren schon sehr vielversprechend, doch dann nahm das Elend seinen Lauf! Der Oktober verlief schon schlecht, aber der herbeigesehnte November erwies sich als totaler Reinfall! Einen solch schlechten Herbst habe ich zumindest noch nie erlebt?!

Viel Zeug musste verstaut werden

Ich wollte einen versöhnlichen Jahresabschluss, noch einmal Fische fangen, außerdem mal wieder weg, einfach nur weg und Urlaub machen. Keine Frage, es musste der Cassien sein, der schönste Platz auf Erden, vor allem im Dezember. Die Erwartungen waren herunter geschraubt. Ich wollte wenigstens ein paar Fische fangen und hoffte auf schönes Wetter mit milden Temperaturen vor dem heran nahenden Winter.

Recht spontan und kurzfristig planten wir den Trip. Mein Kumpel Stefan aus Schleswig- Holstein sollte mein Angelpartner sein, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Die Abfahrt war auf Dienstag den 1.12. angesetzt, am Montag Abend klingelte mein Handy, es war Stefan und sein kurzer Kommentar ließ mein Blut in den Adern gefrieren, er sagte nur: „Auto defekt!“ Der Wagen sei in der Werkstatt und würde erst Freitag fertig sein, falls die Reparatur aber zu teuer wäre, müsste er eh den Urlaub absagen!

Ich war am Boden zerstört, alleine konnte ich mir den Trip nicht leisten und ich musste da doch hin!!! Wie der Zufall es so wollte hatte ich erst Tage vorher mit meinem Freund Matze telefoniert und auch er wollte zum See, jedoch musste er alleine fahren, da auch sein Trip recht spontan geplant, und kein Mitstreiter zu finden war.

Also rief ich ihn an und erzählte von dem Malheur mit Stefans Auto, sofort machte er den Vorschlag bei ihm mit zu fahren- welch Musik in meinen Ohren!

Ich freute mich riesig, sind wir doch schon sehr lange befreundet und außerdem ist er ein sehr angenehmer Zeitgenosse und lieber Mensch!

Endlich, nach 18 Stunden am Ziel

Ein jeder den ihn kennt, weiß ihn als Freund zu schätzen, aber leider ist er definitiv kein Tackle- Minimalist und das sollte sich zeigen, als er am Donnerstag dem 3.12. auf unseren Hof gefahren kam und sein Auto schon derbe auf der Hinterachse schleifte! Es war voll bis unters Dach, also kam Plan B ins Spiel in Form unseres Anhängers. Leider war es unumgänglich die knapp 1500 Kilometer lange Fahrt ohne Anhänger zu meistern. Aber nach 18 Stunden hatten wir dann endlich unser Ziel erreicht. Erst am späten Nachmittag kamen wir dort an. Nach dem obligatorischen Besuch im geliebten Leclerk- Supermarkt und dem Besorgen der Angellizenzen war es zu spät um noch mit den Booten zu starten, deshalb machten wir erst einmal eine Erkundungstour mit dem Auto und sprachen mit mehreren Anglern. Am Brückenplateau- Platz stellten wir unsere Zelte neben denen von zwei Italienern auf. Fabio brachte uns Nudeln- Bolognese und wir tranken noch alle zusammen Bier und fachsimpelten über den See.

Ein toller Abend, jedoch haben wir es nicht lange ausgehalten und mussten schon sehr früh auf unsere Liegen, immerhin war die Fahrt anstrengend und wir mussten ja fit sein für den nächsten Tag. Kaum war am Samstag die Sonne aufgegangen saßen wir in unseren Booten und das Abenteuer St. Cassien konnte beginnen! Es wurde mollig warm in der Sonne und bei totaler windstille schipperten wir unseren Wunschplätzen entgegen… geil, einfach nur geil!

Stefan der Sammler

Jeder bekam seinen Platz und auch wenn wir etwas weiter auseinander saßen, machte das keine Probleme. Wir genossen die Tage mit herrlichstem Sonnenschein und Temperaturen bis 20°C, dazu oft windstille und nachts kam der Frost, der am morgen alles mit einem leichten weißen Schleier überzogen hatte.

Einmalige Atmosphäre am Cassien und vor allem auch viel Luftverkehr über dem Paradies in der Atmosphäre

Wenn die Plätze nicht mehr produktiv waren packten wir ein und versuchten unser Glück auf zwei neuen Stellen, so läuft das am Cassien!  Wir genossen jeden Tag und die Zeit verging wie im Flug, wieder lernten wir einige nette Menschen kennen, oder trafen alte Bekannte, sogar Stefan schaffte es noch zum See zu kommen und es war super, dass auch er noch einen erfolgreichen Aufenthalt dort hatte und wir Karpfen der Extraklasse fangen konnten!

Matze mit gewichtigem Cassienbrummer und einer echten Schönheit        -       Stefan freut sich über einen Schuppmann       

Welche Hirnis machen sowas? Extra Pfui!

Drillfreuden am Morgen, am Cassien immer besser vom Boot

Die Freude über Bernadette mit 32 Kg war gross!

Nachts kam der Frost...

...und bei -10° friert so manches fest :-) aber 106,5 hielt uns am Leben!

Und irgendwie spürt man die Kälte ja nicht so wirklich, wenn das Karpfenherz lacht!

Nico, Stefan & Jo - die drei von der Sonnentankstelle freuen sich GEmeinsam über einen tollen Schuppi

Marco mit morgendlichem Schuppmann

Wenn man nun unsere Fänge betrachtet könnte der Eindruck entstehen, dass es leicht ist am Cassien Fische zu fangen, und gerade soviele große Fische in einer Session sind jedoch nicht die Normalität. Auch dieses mal waren es vor allem die erfahrenen Angler mit guten Ortskenntnissen, welche überhaupt Erfolg hatten. Der Cassien ist und bleibt eines der schwierigsten Gewässer der Welt, und jeder der gerne mal dort angeln würde sollte sich das immer vor Augen halten!

Neben den Karpfen hatten wir noch sehr viel Beifang in Form von Brassen, Rotaugen und den  wohl neuerdings besetzten Karauschen, welche sich eventuell noch zu einer richtigen Plage entwickeln könnten?

Der Cassien hat uns alles gegeben!

Nachdem unsere zwei Wochen dann leider vorbei waren traten wir die lange Heimreise an und es dauerte auch nicht lange  bis uns der Winter in seinen eisigen, widerlichen Klauen gefangen hielt. Schon hinter Marseille bekamen wir den ersten Schnee und die Lage verschlimmerte sich immer mehr, vor allem zwischen Metz und Koblenz hatten wir richtig zu kämpfen, so dauerte es dieses mal ganze 22 Std. bis wir endlich Minden erreichten.

Aber Ende gut, alles gut! Und in diesem Sinne wünschen wir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Matze & Fabian

Abpfiff und Schneechaos, doch dann ging es der Sonne hinterher...

Infos zu den Angellizenzen:  Wer noch einen Trip zum Cassien plant, sollte wissen das die Restaurants wohl diesen Winter nicht mehr aufmachen, auch der Optiker in der Stadt hat keine Karten mehr. Allerdings bekommt man noch welche im Angelladen kurz vor der Stadt: also Richtung Leclerk fahren durch den 2. Kreisverkehr wie gehabt ausfahren und dann gleich links auf den Parkplatz drauf, wo mehrere kleine Geschäfte zu sehen sind! Der Laden hat allerdings nur von Mittwoch bis Samstag geöffnet und auch hier wird eine recht ausgiebige Mittagspause gemacht!

Grüße gehen an:

  • - Unsere drei Freunde Olav, Peter und Markus aus dem Saarland
    - Marco aus Thüringen
    - Stefan das Nordlicht, Arbeitstier und Wurzeldieb!
    - Jo und Nico
    - Denis und Sebastian, die ihre Liebe zum Cassien entdeckt haben
    - Die Leipziger Karpfenbande aus dem Westarm
    - Dem Stuttgarter Großschuppi- Bezwinger und seiner Hündin Mia
    - Fabio and his friend from Italy

Und unbekannter Weise noch an meine Nachbarn aus Österreich (wir nannten sie die Flodders), welche im Nordarm einen gewaltigen Hindernis- Parcours aus Stangenmarkern und Bojen errichtet hatten sowie alle daheim gebliebenen Freunde.

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