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Cassien 2011 oder vom Glück verlassen?!

Nach dem ich im Jahr 2010 leider keine Zeit hatte dem heiligen Wasser einen Besuch abzustatten, ergab sich recht spontan die Möglichkeit im Februar dieses Jahres dort zu fischen. Das diese Jahreszeit weiss Gott nicht die beste Zeit am Cassien ist, dürfte ja generell bekannt sein. Aber mal ehrlich, nach dem langen Winter war der Wunsch nach Sonne, angenehmen Temperaturen und endlich wieder die Ruten ins Wasser zu halten, einfach zu groß!

So stand der Plan und am 13.2. machte ich mich auf den Weg nach Thüringen, wo mein Angelpartner Marco schon auf mich wartete. Das der Trip unter keinem guten Stern stehen wird, wurde mir bewusst, als ich gerade auf der A2 fuhr und Hannover hinter mir gelassen hatte. Soviel sei gesagt, ich hatte eine Panne wie sie spektakulärer nicht sein konnte und war heilfroh, das ganze Geschehen unbeschadet überstanden zu haben! Eine Weiterfahrt mit meinem Auto war nicht mehr möglich, und auch der ADAC hatte Probleme ihn überhaupt auf den Abschlepper zu bekommen. Doch irgendwann klappte es und kurze Zeit später hatte ich mein Ersatzauto. Nun musste ich nochmal das ganze Tackle umladen und es konnte weitergehen. Ich will kurz noch erwähnen, dass eine Plus- Mitgliedschaft im ADAC das Geld wert ist!

Abends kam ich dann bei Marco an, hier musste ich nun zum dritten Mal an diesem Tag das ganze Zeug aus- bzw. umladen, dieses mal jedoch in seinen Bulli. Von nun an ging es ohne Komplikationen weiter und vormittags standen wir endlich an unserem Ziel. Alles war perfekt, es waren kaum Angler am See, eine frühlingshafte Stimmung lag  in der Luft und kurze Zeit später hielten wir auch die köstlichen Leclerk- Baguettes in unseren Händen.

Als erstes errichteten wir unser Camp im Südarm, doch am zweiten Tag passierte das, was nicht erwünscht war: Es begann zu regnen! Dieser Zustand setzte sich die nächsten Tage so fort, es gab nur kurze Pausen, ansonsten Regen, Regen und noch mehr Regen. Das Wasser stieg immer weiter und wurde immer trüber. Eine dieser abendlichen Regenpausen nutze ich dann auch um mit meinem Zelt Richtung Festland umzuziehen. Die Landzunge auf welcher ich saß wurde immer kleiner und war irgendwann nur noch eine kleine Insel.

Da es mehr als uncool gewesen wäre am morgen mit Wasser im Zelt aufzuwachen, kam ich leider nicht drum herum alles abzubauen und kurze Zeit später wieder neu her zu richten. Mit dem trüben Wasser hörten sogar die Weissfischaktionen auf und als nach der vierten Nacht dann endlich wieder die Sonne raus kam, packten wir zusammen und verliessen den Südarm.

Von nun an war zumindest das Wetter auf unserer Seite, jedoch fehlten uns noch die Karpfen. Wir movten alle paar Tage auf neue Plätze, doch die Fische waren nicht aktiv und trotz des grössten Einsatzes gelang es uns nicht, einen der Schuppenträger ans Band zu bekommen (selbst Brassen fing man zurzeit kaum!)

Den anderen Anglern am See erging es zumindest auch nicht besser, überall blieben die Bissanzeiger stumm. Selbst die letzte Rettung, welche im Bau eines Boilie- Orakels lag, konnte nichts an der Situation ändern und so traten wir nach 11 Nächten die verfrühte Heimreise an.

Viele Berichte über den Cassien schildern immer nur den Fang von Fischen und berichten von erfolgreichen Trips, doch die Realität sieht schnell anders aus. Wenn die Karpfen nicht fressen wollen und nirgendwo gefangen wird, dann muss man sich geschlagen geben, da helfen auch die besten Plätze und Köder nichts. Wenn wir das Glück auf unserer Seite gehabt hätten, dann hätte ich wahrscheinlich auch nicht gleich zu Beginn die Panne gehabt?! Man darf nie vergessen, dass so ein Trip auch Urlaub ist und  Spass, Entspannung  und das Genießen nicht zu kurz kommen dürfen, denn darauf kommt es doch letzten Endes auch an.

Allen Umständen zum Trotz hatten wir einen schöne Zeit und haben das Beste daraus gemacht. Wer weiss, vielleicht gibt es dieses Jahr noch eine zweite Tour an diesen wunderschönen See und dann fangen wir bestimmt auch wieder ein paar Karpfen?

Einen guten Start in die neue Saison wünschen euch

Marco  &  Fabian



Grüße gehen an:

-         Die zwei jungen Franzosen aus Belfort

-         Die zwei netten Österreicher, welche wegen einer Autopanne einen Tag später als geplant ankamen

-         Und dem Nordlicht Stefan, der kurz nach uns zum See gestartet ist, jedoch wegen einer Panne nie dort ankam 

(Na, fällt was auf?)

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