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Auf zum heiligen See

Ende Oktober sollte es zum heiligen See gehen, dieses mal über Österreich, die Schweiz und Italien, da in Frankreich gestreikt wurde und es kaum noch Treibstoff gab. Nachdem ich im letzten Jahr meine Premiere an diesem See hatte, war ich dieses mal richtig heiß und motiviert meinen ersten Cassien- Karpfen auf die Matte zu bekommen.

So ging es nun los, vom schönen Mecklenburg einmal quer durch Europa. Nach vielen Stunden anstrengender Fahrt war endlich der See in Sicht. Hurra, endlich da!

Jetzt schnell die Angellizenz geholt, sowie frische Lebensmittel eingekauft und auf zu den freien Zielplätzen. Am Platz angekommen wurde es sehr windig und es fing an zu regnen. Da der Wasserstand sehr niedrig war wurde das Zelt oben in geschützter Lage zwischen den Bäumen aufgebaut. Jetzt nur noch die Angeln rein und mal schauen was so geht?

Leider konnte man die Ruten nur noch raus werfen, da der Wind zu stark geworden war, um mit dem Boot zu fahren! Außerdem goss es inzwischen in Strömen. Die nächsten zwei Tage waren schlaflose Nächte! Der Wasserstand hatte um 2 m zugenommen, alles musste höher aufgebaut werden. Das Boot von den Wassermassen befreit und mehrfach gesichert werden. Ab und zu piepten die Ruten, Brassen und Plötzen mussten abgehakt werden, bei dem Sauwetter nicht sehr angenehm, immer rein und raus. Schluss damit, jetzt kamen die großen Kugeln im Doppelpack ran. Endlich Ruhe!

Am dritten Tag hörte es endlich auf zu regnen. Da hier nichts lief, ging es zu einer neuen Stelle. Alles aufgebaut und die Ruten wurden neu platziert. Da wollte ich auf meiner Liege nach getaner Arbeit ein bisschen relaxen, doch was krabbelte da an der Zeltdecke? Ein Skorpion?!

Ja, tatsächlich! Ich wollte gerade etwas holen um ihn zu entfernen, da war er plötzlich weg! Irgendwo musste er doch sein? Also das Zelt noch einmal vorsichtig abgebaut und da war er dann wieder. Es wurden noch die obligatorischen Erinnerungsbilder gemacht und im Anschluss habe ich ihn in weiter Ferne wieder freigelassen.

Das Wetter wurde von Tag zu Tag schöner. Am Tag bis 24 Grad und in der Nacht um die 15 Grad, da kamen sogar noch einmal die Mücken raus.

Einige Tage später endlich der langersehnte Dauerton: piep, piep, piiiiiiiiiep ---------------->

Ein wohl bekanntes Geräusch und endlich ein Karpfen!

Schnell zur Angel, dem Fisch entgegen und bloß keine Fehler machen. Hänger! Die Schnur hing fest, also die Stelle mit dem Boot umkreisen, die Schnur war wieder frei und der Fisch war auch noch da, Gott sei dank! Jetzt bloß vorsichtig drillen und nach einigen Minuten hatte ich ihn, meinen ersten Fisch vom heiligen Cassien und es sollte nicht der Letzte des Urlaubs gewesen sein.

Einmalig waren hier die wunderschönen, morgendlichen Nebelspiele in Verbindung mit Sonne, Wolken und Wind. Es war jeden Morgen ein Augenschmaus, sich dieses anzusehen.

Die Zeit verging wie im Flug und es hieß langsam Abschied nehmen von diesem traumhaften Gewässer. Eine wirklich schöne Zeit verbrachte ich an ihm, dem heiligen Cassien.

Und eines ist gewiss, ich war nicht zum letzten Mal da!

Ein Frohes Fest und einen guten Rutsch wünscht euch

JR

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