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Karpfendeutschland diskutiert die “K-Frage”!

...diskutieren Sie mit!

August 2009

Im Herbst ist es wieder soweit, die Bundestagswahl im schönen Deutschland steht an. Natürlich haben unsere grossen Parteien das Rätsel um die K-Frage bereits im Vorfeld gelöst, damit der deutsche Bundesbürger nicht die Katze im Sack wählt. Eine weitere Frage, die aber auch noch nach Antworten lechzt und mittlerweile sehr kontrovers diskutiert wird, ist die K-Frage der karpfenangelnden Gemeinschaft, die da lautet:

Wieviel Kescher benötigt der ambitionierte Karpfenangler auf einer Tour?

Die ersten Antworten trudelten bereits ein und erst jetzt wird einem gewahr, wie diffizil, verzwickt und verwinkelt diese ganze Angelegenheit auf alle Fälle ist, wenn man Bereitschaft zeigt, diese in der Tiefe zu analysieren! So bestätigt dieses unsere Vorahnung, dass die K-Frage tatsächlich nicht auf die Schnelle in voller Bandbreite zu beantworten ist!

Wir wagen einen Versuch, denn nur Versuch macht klug und starten somit einen Aufruf:

Diskutiert mit und schreibt uns eure Meinung! Gerne mit Bildern! Beantwortet die K-Frage für euch und sendet die Antworten an webmaster@karpfen04.de

Wir veröffentlichen die Einsendungen in regelmässigen Abständen und freuen uns auf eine spannende Diskussion!

Peter Johann auf der Heide ist keschertechnisch perfekt ausgestattet und meint:

1. Den kleinen Aquariumkescher mit den feinen Maschen benötige ich zur Kescherung des Bleies, da es Mode geworden ist, immer schwerere Bleie zu verwenden. Da mein Einkommen zur Finanzierung der (auch in Mode gekommenen) schweren Ruten nicht ausreichte und mir Kredite aufgrund zahlreicher Schufa-Einträge versagt wurden, muss ich folglich das Blei keschern, um die Rute nicht zu überlasten. Getauft habe ich ihn letztes Jahr auf den Namen "Kreditkrise".

2. Der mittlere Kescher mit den feinen Maschen dient der Anlandung von Schuppenkarpfen. So wird sein kostbares Schuppenkleid nicht verletzt. Einen Namen hatte er mal, leider habe ich ihn vergessen, da ich ihn zu wenig benötigte.

3. Die Erklärung für den mittleren Kescher mit den groben Maschen leitet sich daraus abähnlich einfach an, er dient den Spiegelkarpfen. Lederkarpfen gibt es in meinen Gewässern nicht, falls dennoch einer beissen sollte, schneide ich die Schnur durch. Das mache ich immer, wenn eine Situation für mich völlig neu ist. Auch namenslos, s.o.

4. Den Klappkescher nutze ich für Brassen und anderen Beifang. Das habe ich mir von den Kochtopfanglern abgeschaut. Demzufolge wird er auch nie auseinandergeklappt, sondern verbringt sein Leben im Futteral. Das UV-Licht ist wohl schädlich für das Garn. Das heisst im Umkehrschluss, dass der Kescher nur gedanklich genutzt wird, wenn ich die Brasse in hohem Bogen auf den Ufersand knalle. Der Rufname lautet "Dnepropetrovsk".r

5. Den großen Kescher brauche ich eigentlich nicht, er dient lediglich dazu, dass ich pro Rute letztendlich zwei Kescher habe. Alles andere würde ja die Symetrie stören und das geht beim Hunten ja wohl gar nicht. Da ich ihn nicht brauche, nenne ich ihn meist "Cipro".

6. Mein größter Kescher hat keinen festen Rand, umgangssprachlich wird er auch "Mosquitonetz" genannt, den Namen habe ich gelassen. Ich keschere mich damit allabendlich selbst.

Peters Oldschool-Kescher hört auf den Namen “Achim”

7. Mein Equipment wäre nicht vollständig, wenn da nicht noch mein Oldschool-Kescher wäre. Ihn gestalte ich immer wieder neu, wenn ich an einen unberührten Angelplatz gelange. Die Holzgewinnung hierfür fällt aufgrund Napalm-Einsatzes (Flohmarkt im Hafengebiet) erstaunlich leicht und schnell habe ich meine kleine 25 m Schneise hergerichtet. Rufname "Achim".

Bei soviel Kescher muss es einfach klappen!

Viel Tackle, vor allem die Nachsorge nimmt einiges in Anspruch, da die Keschernetze nach jedem Einsatz gewaschen, gestärkt und GEBÜGELT werden müssen.

Der aufmerksame Leser wird beobachtet haben, dass pro Rute 2 Kescher insgesamt nur 6 Kescher ergeben. Ganz einfach, der überflüssige Kescher wird versteckt und ist nicht sichtbar. Kurzfristig heisst dieser dann "Schongebietskescher" oder auch "Piratenkescher".

Viele Grüße  Peter

Weiter geht`s im Text mit Andreas, auch allseits bekannt als “Der Hahn”:

Hallo,

mein Name ist Andreas “der Hahn” und ich bin leidenschaftlicher Gelegenheitsangler.

Vor kurzem stellte Ulli Gloger mir die durchaus interessante und nachdenkenswerte Frage, wie viele Kescher ich mit ans Wasser nehme.

Allerdings muß ich gestehen, dass ich etwas länger darüber nachdenken mußte.

1. Einen Kescher, ca. 20 Zentimeter im Durchmesser, habe ich für meine Tochter dabei um Schmetterlinge zu fangen.

2. Habe ich festgestellt, dass sich ein Kescher samt Stab bestens dazu eignet, ungebetene Besucher wie z.B.: Ritter, Indianer oder auch Piraten vom Angelplatz fernzuhalten. Die sind nämlich so willkommen, wie ein Loch im Backenzahn.

3. Wir Fischen meistens zu zweit und verbrauchen hochgerechnet pro Stunde einen halben Liter Bier pro Nase, konstant. Kurze Rechnung, bei 4 Stunden Schlaf sind das pro Kopf und Tag ein Kasten. In einen Karpfenkescher mit einem Meter langen Armen passt exakt ein Kasten. Sind zusätzlich vier Kescher am Wochenende. Interessant wird es bei einer Wochensitzung.

4. Kinder am Wasser auf freiem Fuß sind eine Gefahr für die Umwelt und sich selbst. Also ab in den Kescher - nochmal zwei.

5. Wir fischen, unerlaubterweise, öfters in Schongebieten. Da wir dort unsere Kescher immer gut verstecken und dann dummerweise nicht wiederfinden, ist immer ein Extrakescher im Handgepäck.

Wir müssen quasi “bis an unsere Grenzen gehen” und immer eine Ersatzausrüstung mit uns führen. (Insiderjoke für die Älteren)

6. Wenn man dem Trend folgt und die Flecktarnkescher “Tribal” benutzt steht man auch öfter mal drauf - versprochen. Ergo brauchen wir für jeden Kescher einen Ersatzkescher.

Der tapfere Mitrechner, der alles richtig mitgerechnet hat, bekommt, gesponsert von Sänger, einen Karpfenkescher der alles kann. ;-)


Viele Grüsse

Andreas

Kescher alle an Bord, klappt es auch mit den Karpfen

Im Ruhrgebiet ist vieles einfach unkonventioneller und daher haben Felge und Sewald, zwei Männer der Tat, ihre Kreativität mit der Praxis vermischt. Herausgekommen dabei ist: Eine Vierfach-Kescher-Hilfe!

“Hallo Kescherfetischisten,

aufgrund der Tatsache, daß der Sewald und ich (Felge) begeisterte Bootsangler sind, und uns dabei dumm und dämlich fangen, manchmal auf mehreren Ruten gleichzeitig, haben wir uns eine Vierfach-Kescher-Hilfe gebaut, mit dieser wir vier Fische auf einmal landen können.

Bei uns werden Fische bis 50 Pfund links, rechts und vorne im Boot gekeschert. Alles was über 50 Pfund wiegt (wir haben eine Waage im Auge) wird am Heck mit dem Gaff gelandet und anschließend auf Grund angeboten, damit wir endlich mal einen 4 Meter Waller fangen, den wir dann natürlich wieder gaffen.”

Gruß Sewald und Felge

Ist unser Kescher eine psychotrope Substanz? Andreas Günther schildert seine Erfahrungen: 

"Hallo, mein Name ist Andreas."

"Hallo Andreas" schallt es mir mehrstimmig entgegen....

"Ja, also, mein Name ist Andreas und *schluck* es fällt mir nicht leicht...aber.... ich bin ein Kescherholiker....

So, endlich ist es raus.

Ich habe auf meinen Touren immer mindestens 6 Kescher dabei. Zum einen ist da mein Lieblingskescher. Er, oder besser sie, begleitet mich seit frühester Jugend ans Wasser. Ins Schlafzimmer zu Hause darf sie leider nicht mehr...da wird meine Frau eifersüchtig.

Der zweite Kescher ist ganz schnöde zum Keschern der Fische.... der dritte ist Ersatzkescher und der, öhm... die natürlich, Vierte meine heimliche Geliebte... ich muss nur sehen, dass Kescher Nr. 1 nicht dahinterkommt.

Und Kescher Nr. 5 und 6?

Ganz einfach, die gemeinsamen Kinder mit Kescher Nr.1... "

Whaaa.... schweißgebadet wache ich auf, stelle fest, alles in Ordnung.

Du liegst ganz normal unterm Schirm auf der Liege, der Kescher steht da, wo er hingehört und liegt nicht in deinem Arm und du bist nicht auf einem Treffen der anonymen Kescherholiker.

Jetzt stellt sich nur die Frage, wie bringe ich meinem Kescher bei, das ganz tief unten im Bodensatz meines Autos ein alter, gammeliger, ausrangierter Kescher als Ersatzkescher gebunkert ist?

Und wer bügelt zu Hause die Wäsche?

Gruß

Andreas "kfp" Günther

Die K-Frage beschäftigt auch unsere lieben Nachbarn in Österreich. Ein Freund des kleinen Tackles ist auch Roman H. Uns verrät er, wie man einen Kompromiss zwischen ausreichend Kescher und Mininimaltackle findet:

Mein Name ist Roman H. - aber echte Freunde nennen mich auch einfach nur Roman. Ich bin 14 1/2 Jahre alt, angle seit fast 11 Jahren und davon ca. 8 Jahre professionell auf Karpfen (PB 56 Pfund!!). Mein Ziel: will mal der wahrscheinlich beste Cassien-Carper werden!!!

Mein Motto lautet schon immer "Kescher kann man nie genug dabei haben!!!". Speziell beim heute so trendigen "Stalken" muss man doch für jede erdenkliche Situation gerüstet sein.

Hauptsache es passt alles auf meine beiden Trollies drauf. Sollte der Rest meines Tackles nicht in den Big-Carryall und Barrow-Bag passen, kann man die übrigen Kescher auch einfach in ein paar zusätzliche Rod Sleeves reintun - so richtig nach "Stalker"-Manier.

Den Lauben-Kescher - also den kleinsten und somit auch engmaschigsten Kescher verwende ich nachts als Haarnetz, dass mein Indianer-Scheitel in der Früh nicht wie Opas Morgenlatt… nach Süden steht. Passiert doch mal ein stylistisches Unglück, dann ab bis zum Kinn ins Wasser und die ebenfalls momentan sehr sehr trendigen Wasserpflanzen übern Kopf legen - ergibt ein voll krasses Fangfoto!!

Klarerweise habe ich noch einen 2. Laubenkescher dabei, der sich bestens als Beutel für meine Kräuter eignet. Man will ja auch am Wasser nicht auf die Homöopathie verzichten.

Ich muss zugeben, dass ich den 3. Kescher ausnahmsweise etwas zweckentfremde und diesen für Aufbewahrung, Entlüftung und Trocknung meines Ersatz-Sockenpaares verwende. Wichtig ist, dass die Maschen nicht zu klein ausfallen, denn sonst können die enthaltenen "ätherischen Öle" nicht freigesetzt werden. Aber auch nicht zu groß, denn sonst entfaltet sich der Flavour (riecht fast wie Affenschei...) zu schnell und ich bekomm immer Kopfweh (--> die Homöopathie heilt das wieder).

Da an unseren Gewässern nur 3 Ruten erlaubt sind und ich klarerweise pro Rute einen separaten Kescher verwende, sind die Kescher Nr. 4, 5, 6, 7 und 8 einzig und allein für die Big Carps vorgesehen! Mein Kumpel nörgelt zwar immer, wenn ich mal einen Kescher von ihm ausborge, aber ich hasse es echt, wenn ich ein und den selben Kescher für 2 Ruten verwenden muss…ist so ne Macke von mir. Außerdem möchte ich beim Stalken ja nicht zuviel Gepäck mitschleppen.

Tja, und dann kommt noch der letzte und somit auch größte Kescher rein ins Futteral. Für diesen habe ich zwei dicke Massivholz-Kescherstiele wenn mich mal am Wasser wer schief anguckt. Ich hab oft eine sehr niedrige Hemmschwelle und da ist schon mal einer zu Bruch gegangen.

Leute, wie ihr seht, geht es mit guter Selbstorganisation auch mit wenig Gepäck. So wird man von den blöden Kochtopf-Opis auch nicht so doof angeguckt, wenn man mit minimalster Ausrüstung unauffällig am Wasser hockt. Auf die Dauer macht das Versteckspiel ja auch keinen Spaß.

Grüße

Roman H.
"C&R 4ever"

Das Carphunters Magazine, in Person von Simon Stallabrass, durchleuchtet die K-Frage unter dem Motto: “Simplicität”

Erstmal ein „Hallo“ in diese lustige Runde der Kescherfetischisten.

Auch mir wurde vor nicht all zu langer Zeit die besagte K- Frage gestellt, in deren Inhalt es um die Anzahl der gebräuchlichen Unterfangutensilien des gemeinen Karpfenanglers geht.

Zuerst verstand ich die Frage nicht so recht, hielt die ganze Geschichte erstmals wieder für einen Witz, ein Hirngespinst des Editors dieser illusteren Webpräsenz. So hatte es doch bereits in der Vergangenheit einiges an realitätsfremden Aufrufen gegeben, und so Mancher hatte da seiner Fantasie und seinem Wahnsinn freien Lauf gelassen.

Nun grübelte ich über den Sinn und Unsinn dieser neuen Herausforderung…

Bis ich schlussendlich zu dem Ergebnis kam:

Ich werde mich einfach in der Einfachheit üben… sprich, die Wahrheit, Tatsachen, Fakten, oder wie auch immer.

So will ich lediglich informieren, und nicht fantasieren. Der Leser dieser, in meinen Augen bedeutsamen, und daher selbstverständlich berechtigten Umfrage, soll einen Nutzen davon haben. Einen Mehrwert, etwas, was er ggf. selber so noch nicht bedacht hatte, und ihm so Lichtjahre der Selbstversuche und auch Fehlschläge ersparen kann.

Kommen wir also zu meinem Vorgehen zu besagter K-Frage:

Da ich in der Regel häufig alleine am Wasser unterwegs bin, daher auch flexibler bin, und zugleich mobil bleiben möchte, habe ich, wie einer meiner Vorredner auch, mein Tackle bereits bewusst auf das absolut Notwendigste reduziert.

Schweren Herzens hatte ich mich von jeglichem Luxus und Komfort losgesagt, wollte nur das absolute Minimum an Gewicht und Ausrüstung.

Was die Anzahl der Unterfangkescher angeht, so habe ich mehrere Monate gebraucht um die Reduktion auf ein Optimum zu beziffern.

Ergebnis: Von ursprünglich 7 Unterfangkeschern benötige ich tatsächlich, permanent 3 Unterfangkescher für meine üblichen Kurzsitzungen in den heimischen Gefilden.

Hauptsächlich ist dies darauf zurück zu führen, dass ich mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten im Karpfenangeln gesegnet wurde, und zudem auch mit überdurchschnittlichen Baits, die Ehre habe fischen zu dürfen. (hier ins Detail zu gehen würde den Rahmen sprengen, und zu einer weiteren K-Frage aufrufen…gell Ulli)

Fakt ist: Ich bekomme so häufig Doppelruns und Doppeldrills, dass ich zwangsläufig, immer min. 2 Kescher im Einsatz habe.

Der dritte ist der Ersatz, da bei einer derartigen Dauerbelastung ein Verschleißen der zwei Hauptkescher vorprogrammiert ist.

Sollte es einmal erforderlich sein, so habe ich auch stets ein vollwertiges Kescherreparatur-Notfallset am Mann, und kann damit kleinere Ausbesserungen vor Ort selber vornehmen.

Ich hoffe meine offenen und ehrlichen Ansichten konnten euch zweckdienlich sein, so dass ihr bei der K-Frage nun eure eigenen Schlüsse ziehen könnt, und somit stets optimal vorbereitet am Wasser seid.

Mögen euch nie die Kescher ausgehen.

Simon Stallabrass

CHM-Editor

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