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Spanischer Winter

Der Januar muss krachen, soll der Frühling lachen!

Betrachtet man die geografische Lage Spaniens auf der iberischen Halbinsel, zwischen 36° und 43,5° nördlicher Breite und 9° westlicher bis 3° östlicher Länge, so stellt man schnell fest, dass das Klima Spaniens sehr vielfältig ist und grob in folgende Klima- Zonen gegliedert werden kann:

-Atlantisches Klima
-Ozeanisch-Kontinentales Klima
-Kontinentales Mittelmeerklima
-Mittelmeerklima
-Subtropisches Klima und Gebirgsklima.

Unsere bevorzugten Angelreviere liegen in Katalonien und Aragon. Hier herrscht überwiegend Kontinentales Mittelmeerklima mit folgender Charakteristik: Niederschläge vor allem in Frühling und Herbst, heisse Sommer und kalte Winter! Temperaturschwankungen von 25° sind möglich.

Ist es nicht so, dass ein jeder sich zum Jahreswechsel eine Menge vornimmt, neue Ziele formuliert, alte Gewohnheiten abzulegen versucht oder sich einfach nur einen guten Start in das Neue (Angel) Jahr wünscht?

Bei uns ist es immer so, dass alle Uhren genullt werden, Stichtag ist der 01.Januar. Nichts ist er mehr wert, der Erfolg von gestern, nur noch Schall und Rauch und so belächeln wir die ewig Gestrigen, die sich dick und voll gefressen ihrer vergangenen Erfolge selbst beweihräuchern.

So stellte sich uns die Frage, wo wir es denn zum Jahresanfang richtig “krachen” lassen könnten? Schnell fiel die Entscheidung für den spanischen Winter, wie sich herausstellte, eine sehr reizvolle Aufgabe und richtige Entscheidung!

Die ersten beiden Nächte verbrachten wir an einem Fluss, der im südfranzösischen Pyrenäengebiet entspringt.

Mit nur 5° Wassertemperatur strömte das Wasser gemächlich dahin. Im Vergleich zu anderen Jahreszeiten wirkte dieser Fluss wie ausgestorben, kein Schmatzen und Ballern, kein Springen und Klatschen, nur gelegentlich Ringe an der Wasseroberfläche, verursacht durch die wenigen aktiven Fische. Doch diese wollten wir fangen!

Mit gezielt wenig Futter konnten wir dem trüben Wasser einige Karpfen entlocken. Doch Werners Wallerambitionen waren ähnlich der Wassertemperatur, nahe dem Gefrierpunkt.

Trübes Wetter, Nebel und kalte Nächte liessen uns etwas zweifeln. Wir packten schliesslich nach 2 Nächten zusammen und fuhren zum Ebro. Dort war das Wasser etwas wärmer, anfangs 9°, kühlte es sich später bis auf 7° ab.

Gezieltes, sparsames Füttern erwies sich als gute Strategie.

Es müssen keine komplizierten Rigs sein, die zum Erfolg führen. Doch halten müssen sie, halten! Die gehakten, kampfstarken Ebro Schuppenkarpfen schubbern über den steinigen Grund. Muschelbänke machen mit schwachen Schnüren kurzen Prozess. Leider erfüllte das von mir sonst gern benutzte Camo Skin von Sufix diese Aufgabe nicht. Starke 30 lb Monofilschnur erwies sich als die deutlich bessere Alternative, dazu dicke Schlagschnur und kräftige Haken.

Erfüllt das Material seine Aufgabe und angelt man zur richtigen Zeit am richtigen Ort, klappt es auch mit den Karpfen und so konnte ich die ersten 30 er 2007 fangen. Die Fische bissen beide direkt vor den Füssen, innerhalb einer Stunde nach Anbruch der Dunkelheit, im Schutze der Nacht.

Erst gegen Nachmittag verdrängte die spanische Sonne die Nebelfelder und angenehme Temperaturen belebten die Seele.

Nach einem köstlichen Mahl, demonstrierte mir Werner im Detail, wie er es dem Waller geben würde, die Rute krumm bis ins Handteil, die Bremse geschlossen, pumpte er fest entschlossen den Giganten ans Ufer, doch immer wieder kreischte die Rolle,

Fluchten die nicht enden wollten...doch Werner war auf jeden Fall für den Ernstfall gerüstet und der sollte noch kommen...

sauber gehakt

Als gute Beisszeiten entpuppte sich der Nachmittag und die frühen Abendstunden.

Das Carp Cot XL der Firma Kevin Nash musste ich unbedingt haben, eine echt innovative Abhakmatte, so dachte ich. Getestet von Gary Bayes, David Levy und natürlich Kevin Nash! Die Frage, die sich mir nach 2 Wochen angeln stellt: Wo haben die Jungs dieses Mistding getestet? Eine weitere totale Fehlentwicklung der Fa. Nash! War ich früher so etwas wie ein kleiner Nash-Gläubiger, so verabschiedet sich mittlerweile ständig weiteres Tackle der Fa. Nash aus meiner Angelausrüstung, da der heutige Qualitätsgedanke dieser Firma nicht mehr mit meinem Anspruch übereinstimmt. Ist doch das Prinzip dieser Matte wirklich gut, verstehe ich nicht, wie man dieses sündhaft teure Produkt so lieblos, stümperhaft und halbherzig verarbeiten kann? In der Matte ist ein ovales Polster in einer Plastiktüte (?) verstaut, dieses dient dann als Füllung, welches mittels Klett verschlossen wird? Wir sagen: Echter Murks!

Das wasserdichte Verschweissen war den Chinesen wohl zu aufwendig, macht ja auch nichts, wenn die doofen Langnasen anschliessend wochenlang ihre Abhakmatte trocknen. Dazu kommt, dass die Matte zum Wiegen nicht zu gebrauchen ist, da sie sich ja von Tag zu Tag immer voller mit Wasser saugt. Die Nähte sind so mangelhaft, dass sie sich binnen kürzester Zeit auflösen, ähnlich wie die Reissverschlüsse der Fox Taschen!

Mittlerweile ist es nur noch beschämend, welch mindere Qualität etablierte Firmen für teuer Geld an den Angler bringen.

Wir nehmen kein Blatt vor den Mund und werden in Zukunft auf unserer Seite solche geistigen Tiefflüge veröffentlichen!

Trotz meines Ärgers über die Nash Matte, schmeckte mir die Paella noch.

Und wahrscheinlich ist es so, das die Testangler der Fa Nash an ihren englishen Pools, im Jahr wohl nicht einmal die Hälfte der Fische fangen, die wir in 2 Wochen Spanien auf die Matte legten. Dafür können sie dann aber die Lobeshymnen der englishen Daily Carp geniessen, weil sie am Horse Shoe Lake “Two Tone den Dritten” zum 17. mal gefangen haben, diesmal mit 52 lbs... 

Möge Gott ihrer Seele gnädig sein!

Wir liessen uns nicht beirren und weiter ging`s! Die Rutenspitze vibrierte, neigte sich - Dauerton...

Doch gelegentliche Beissflauten kamen ganz gelegen, denn schliesslich brauchen auch Hunter mal ein Päuschen, um

die Wasp`s neu zu justieren oder mit dem Telefon die Daheimgebliebenen zu informieren.

Natürlich waren wir zum Angeln da und so ging die Pause mit einem gepflegten Dauerton zu Ende.

Der Nachmittag brach an und so konnten wir bis in die Nacht hinein mit Aktionen rechnen.

Da das Karpfenangeln nur bis 1 Stunde nach Sonnenuntergang erlaubt ist, kamen anschliessend unsere Wallerruten zum Einsatz. Letzter Drill am Abend, anschliessend ist Wallertime.

Und endlich war es soweit! Werner mit seinem 1. spanischen Waller! Gratulation!

In Deutschland verursachte der Orkan “Kyrill” Millionen-Schäden, wir erlebten unseren mit 30° wärmsten und vom Wetter her schönsten Tag in Spanien. Anschliessend war es wieder trüb und bedeckt...

...doch die Rute war immer noch krumm...oder schon wieder? und immer wieder kamen die Fische raus!

Der spanische Winter ist kein Zuckerschlecken! Hartes Angeln, kalte Nächte, trübes Wetter bis in die Mittagsstunden und hindernisreiches Wasser, verlangen eine gehörige Portion Ausdauer und Geduld. Wieder einmal bestätigte sich unsere alte Regel: Der persönliche Einsatz bestimmt den Erfolg!

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