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French River Hunting Part III

Allein, ging es für 7 Tage an einen, in meinen Augen begnadeten und für das Frühjahrsangeln geradezu prädestinierten Flussabschnitt. Unbedingt wollte ich diesen Platz einmal zu dieser Jahreszeit befischen. Und los geht`s, nach 460 km passiert man aus Bielefeld kommend die französische Grenze. Etwas mehr als ein gutes Drittel ist Geschichte und von nun an heisst es, mit Tempomat auf 140, Kilometerfressen auf den meist leeren Autobahnen Frankreichs. Absolute Ruhe & Wildnis, totale Entspannung & Abgeschiedenheit in der Natur, kombiniert mit Dauertönen und ständig krummer Rute wollte ich haben.

So ging es des Morgens durch die schmalen Gassen eines idyllischen französischen Städtchens.

Noch kann man es sich anders überlegen, z.B. in dem Local IN “Nirvana Club” einkehren. Eine Disco, in der man zu berauschenden Klängen exzessiv abtanzen kann.

Doch bei näherer Betrachtung, fiel die Entscheidung auf Weiterfahrt, zu meiner linken ein Kanal mit Schleusenhäuschen, welche nur allzu oft die französischen Flüsse begleiten. Weiter ging es, eine Brücke muss passiert werden und beim ersten Anblick des mächtigen Stromes, hüpft das Anglerherz gleich deutlich höher. Ist man hier erstmal angelangt, ist steigender Adrenalinspiegel garantiert!

Der Fluss führt Normalwasser, also befischbar, keine Selbstverständlichkeit, gerade im Frühjahr. Doch noch war ich nicht angekommen. Vorwärts, vorbei an den gerade blühenden Weinbergen durch dieses

pittoreske Örtchen, hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein! Eine Burg, am Rande dieser wunderschönen Allee...

Nun sind es nur noch wenige Meter, eine winzige Schrebergartenkolonie, die letzten Überreste der Zivilisation erblickend, erscheint schon ein kleiner

Nebenarm und endlich, endlich am Zielort eingetroffen! Kalt ist es, furchtbare Nordwinde blasen in mein übermüdetes Gesicht, doch alles wie gehabt, keine Menschenseele weit & breit, mutterseelenallein, umgeben

von springenden Karpfen, raubenden Welsen, schreienden Möwen, singenden Vögeln und quakenden Fröschen.

Ein Spektakel der besonderen Art, das Wasser lebt, überall Rabatz & Radau, es ist Frühling und die Tiere merken das, auch wenn es die ersten Tage furchtbar kalt und die Nächte frostig waren.

Es ging gleich los, die Ruten lagen noch nicht alle im Wasser, da lief schon die 1. ab. Ei ei, was für ein Start, gleich ein schöner Schuppenkarpfen.

Irgendwie ist es doch meistens so, dass man am 1. Tag noch nicht richtig angekommen ist. Völlig Übermüdet wird das ganze Gerödel aufgebaut, schnell noch die Fallen auslegen, um anschliessend einen Happen zu essen und etwas Schlaf nachzuholen.

Doch daran war überhaupt nicht zu denken.

Kurz gesagt, die ersten 3 Tage und Nächte war ich dem Erschöpfungszustand recht nahe, trotz des nasskalten Wetters und der eisigen Nordwinde, biss es auf allen Ruten.

Ufernahes fischen erwies sich als Volltreffer. Die überhängenden Bäume sind wahre Karpfenmagneten. Begleitet von irren Bugwellen, schossen immer wieder Karpfen in nur 1 Meter Entfernung und 80 cm Wassertiefe ab.

Ein unbeschreibliches Schauspiel, konnte man die Karpfen teilweise beim Fressen sogar beobachten.

Eine kleine Rinne, nur etwa 35 Meter vom Ufer entfernt und nur 40 cm tiefer war ein weiterer echter Hotspot.

War ich früher in Sachen angeln, nach durchfischtem Winter ein echter Spätstarter, hat sich das Frühjahrsangeln mittlerweile bedingungslos zu meiner Lieblingsjahreszeit gemausert.

Hier fühlen sich die Fische geborgen & sicher.

Es ist immer ein Kommen & Gehen...

Es ist harte Arbeit allein am Wasser, ständig Dauertöne, Stativ ausrichten, Fotos machen, filmen und doch genoss ich jede Minute.

Es ist schon ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit, irgendwo in der französischen Prärie seiner Leidenschaft zu fröhnen und völlig unabhängig & zwanglos eine weitere Episode “French River Hunting” zu erleben.

Feinstes Brassenfutter-nur das Sieb lag zu Hause

Nach 3 Tagen besserte sich das Wetter, doch dauerte es bis mittags, bevor die Sonne ihre ganze Kraft entfaltete. Stippen war angesagt und einmal gekonnt, verlernt man es wohl nie!

                 Laichausschlag

Erfolg mit der Feederrute

Super Karausche

Soviel Spass hat es mir schon lange nicht mehr gemacht, Brassen, Karauschen, Döbel und Karpfen, all das, was es vor der grossen Russeninvasion an Weser, Neckar & Ruhr auch gab - Anglerherz was willst du mehr?!

Nach Aufkommen der Schönwetterfront, stellten die Karpfen ihr reges Beissverhalten ein. Sie sprangen und zeigten sich nicht mehr und bissen nur noch nachts. Also endlich mal Zeit, eine Welsrute auszulegen.

Ich weiss nicht, ob Martin die SMS über meine Walleraktivität schon vollständig gelesen hatte, doch auf jeden Fall dauerte es nicht wirklich lange.

War ich von den Karpfenruns im seichten Wasser schon mächtig begeistert, gestaltete sich der Welsbiss noch wesentlich spektakulärer. So ein Fisch hat schon seine eigene, ganz individuelle Art, im flachen Wasser Beute zu jagen. Demjenigen, dem es vergönnt ist, einem solchen Schauspiel beizuwohnen, der wird es bestimmt nie wieder vergessen.

Sobald es dämmerte, erwachte ein weiterer Kamerad aus seinem wohlverdienten Schlaf. Ich weiss nicht genau, was es für ein Tierchen war, doch verliess es linksseitig meines Angelplatzes seinen Bau, schwamm in etwa bis mittig vor das Multi Pod, verweilte und  knirschte 2-3 Minuten mit den Zähnen, schwamm anschliessend auf einen im Flussbett versunkenen Baum, putzte sich und tauchte dann ab - Abend für Abend the same procedure!

Das Wallerangeln beschränkte ich auf die frühen Abendstunden und meistens dauerte es auch nicht sehr lange. Kamera war ausgerichtet und so liess ich sie nach dem Biss einfach laufen.

Banksticks ausgerichtet, Probeschuss, alles klar!

-blitzschnell ist das Bild im Kasten & der Fisch wieder in seine Freiheit entlassen

Da staunt sogar der Fabian, dass es möglich ist, einen Waller auch in voller Länge auf`s Bild zu bekommen?!

Die harte Arbeit und das viele, viele Gerödel zehrten an meiner Vitalität und so beschloss ich, den Urlaub gemütlich und etwas erholsamer an einem anderen Gewässer ausklingen zu lassen.

Doch, das nächste Abenteuer River Hunting kommt bestimmt - ganz bestimmt!

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