karpfen.04

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Alles wird irgendwann gut?!

Ich möchte über ein in allen Bereichen außergewöhnliches Herbstwochenende berichten.

Es beginnt an einem Freitag im September um fünf Uhr in der Frühe. Nach einem unmutigen Seufzen meiner Frau, trete ich auf dem Weg in das Bad, in den auf dem Teppich liegenden Mageninhalt meiner Katze.

Nach der Säuberung der Füße und des Teppichs, schnell Cappuccino für unterwegs gekocht. Dann sitze ich auch schon im bereits am Vorabend nach der Arbeit geladenen Auto.

Die Kilometer zu meiner Stelle laufen ohne störenden Verkehr recht gut, bis es plötzlich kurz hell wird. Zack, der seit 15 Jahren fest installierte Starenkasten hat mich mit knapp 95 km in der 70 Zone erwischt. Und das recht fotogen, mit Kaffeebecher in der Hand.

Am Wasser angekommen, fahr ich mit meinem Trolley alles zu der sehr unzugänglichen Stelle. Nachdem alles am Platz ist und ich durchgeschwitzt bin, bemerke ich, das mein Handy wohl noch im Auto liegen muss. Also zurück und mitten im Marsch fängt es fürchterlich an zu regnen.

Zurück bei der Ausrüstung, baue ich erst mal mein Trakker auf und verstaue die mittlerweile nasse Ausrüstung. Dann folgen, wie tausendmal vorher, das Rod Pod und die Ruten.

Am Haar befestige 28 mm selbstgerollte Fischboilies, die ich aus dem neuen Holli Mix gefertigt habe. Dieser beseht aus drei hochwertigen Fischmehlen, viel Lebermehl und hat mein absolutes Vertrauen gewonnen. Nun noch fix auswerfen und dann erst mal nach allen Pannen durchschnaufen. Aber leider weit gefehlt. Gegen 8 Uhr kommt der erste, mit Schrott vollbeladene Kutter und wälzt das Wasser einmal komplett um. Diesem Schiff folgen nun, bis abends, durchgehend 20 weitere, was einen absolut neuen Rekord darstellt. Sonst fahren maximal 10 Schiffe.

An fischen ist gar nicht zu denken, denn die Schleusen geben ebenfalls aufgrund des extremen Verkehrs alles. Um 20.45 Uhr ist der letzte Kutter hoffentlich durch und ich füttere 3 Kg Boilies an.

Kurz danach fallen einige hundert Stare in den Bäumen hinter mir ein und es herrscht ohrenbetäubender Lärm. Nach 30 Min ist auch dieser Spuk zu Ende und ich hoffe auf ein wenig Ruhe. Ich lege mich nun in den Schlafsack und beim Einschlafen raschelt es verdächtig aus der Zeltecke.

Eine Ratte in der Größe eines Jack-Russels versucht mit aller Macht an den Inhalt meiner Ködertasche zu kommen. Nach kurzem Kampf, kann ich Sie aber in die Flucht schlagen. So, nun reicht es aber und kurz danach fallen mir die Augen zu. Um 03 Uhr  kommt aus dem Nichts der erste, erhoffte Run. Da diese Rute nur 10 Meter raus liegt, explodiert das Wasser durch den wie verrückt flüchtenden Strömungskarpfen, der Richtung anderes Ufer zieht.


Und das stetig mit starkem Linksdrall. Nach 10 Minuten merkwürdigem Drill, habe ich den Karpfen in Keschernähe, dieser aber zieht immer wieder nach links weg. Der dritte Versuch klappt dann und ich sehe, das der Spiegler links außen an der Brustflosse gehakt ist. Der 2 er Drennan sitzt bombenfest und ich muss ihn mit der Zange lösen. Nach der Wundversorgung mit Klinik zeigt die Waage einen Guten über 15 kg an und ich setze den Carp auf der Matte zurück in sein Element.


So etwas kannte ich bisher nur von den kapitalen Brassen aus meinem Stammsee.

Um 7 Uhr kommt das erste Schiff und was sehen meine müden Augen... Im Sog des Schiffes rollen und springen einige kapitale Wasserschweine.

Kurz darauf folgt an der an der Kante liegenden Rute ein Anbiss, der wieder klar über 15 kg wiegt. Bis zum Mittag folgen noch zwei recht gute Schuppenkarpfen.

Am Abend füttere ich 3 kg weitflächig mit dem Groundbaiter an und hoffe das diese Serie anhält. Und tatsächlich, um 02 Uhr folgt ein schwerer Spiegler und um 05 Uhr folgt ein weiterer heftiger Abzug.

Dieser Fisch zieht langsam seine Bahnen und nach hartem Kampf knackt er klar die eingezeichnete Marke an der Reuben Heaton. Dann folgt noch ein guter Schuppenkarpfen, kurz bevor meine Frau und Chef Fotografin erscheint.

Wir machen mit dem tollen Herbstpanorama im Hintergrund und schönen Karpfen eine unvergessliche Fotosession.

Als nach harter Arbeit endlich alles im Auto verstaut ist, denke ich “Das gibt es doch alles nicht“. Erst geht alles schief und dann so eine Serie. Sieben Karpfen mit einem Schnitt weit über 30 Pfund. Ich stelle den CD Player auf volle Pulle und rufe nur für mich ganz laut. „Alles wird irgendwann gut“!


Ove Falk

Team Successful Baits

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