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Spanien im Frühjahr - Hunting total! Erschöpft aber glücklich!

Wie konnten wir unsere letzten freien Tage im März besser nutzen als mit angeln?!

Also, auf zum Ebro, angeln in Spanien!

Die Anreise verlief reibungslos und am Ebro bot sich uns folgendes Bild:

Wetter sonnig, ca. 20°, Wassertemperatur 7°?! Ein leichter Dämpfer für Martins Wallerangelei, doch liess er sich nicht beirren, denn irgendwie wird es schon klappen und schliesslich hatte wetter.de sonnige Tage mit steigenden Temperaturen in Aussicht gestellt.

Das Karpfenangeln am Ebro scheint immer populärer zu werden. Viele Engländer beangelten die üblichen Stellen. Wie früher in Frankreich, sind die Briten auch in Spanien bereit, zu Höchstpreisen einmal ihren Personal Best zu fangen.

Dafür soll dann ein sogenannter Guide sorgen, der nicht nur dafür zuständig ist die Ruten rauszufahren und geignete Plätze zu lokalisieren, sondern auch im Sinne seines Veranstalters (oder für dessen Brieftasche...) dafür sorgen soll, dass Kontakt mit anderen Anglern vermieden wird. Wäre doch schade, wenn die englischen Angler erfahren, wie sie von ihren Landsleuten abgezogen werden. Nun gut, so viel zu unseren europäischen Angelkollegen.

Wir liessen unseren Fischriecher nicht zu Hause und schauten uns erstmal nach geeigneten Plätzen um. Die ersten 3 Tage verliefen recht unspektakulär mit zahlreichen kleineren Karpfen und immerhin einem Wels. Martin war froh, denn bekanntlich ist der 1. Fisch immer der schwierigste. Wir packten zusammen und erkundeten die Gegend, um uns einen neuen Platz zu suchen. Im Dunkeln nicht immer einfach und so guckten wir uns morgens fragend an: Wollen wir hier wirklich fischen? Irgendwie waren wir beide recht unschlüssig, fuhren den Flusslauf hoch und runter und waren etwas unsicher, doch beendete ich das Zögern mit dem Auspacken der Ruten. Es sollte losgehen, und wie! Bereits nach 30 Minuten der erste Run an der neuen Stelle.

Der prächtige Schuppmann war kaum im Kescher, da schoss die 2. Rute ab. Schnell sackte ich den im Kescher liegenden Fisch ein und Martin übergab mir die Rute.

Ein 2. guter Schuppi verschwand im Kescher und fragend guckten wir uns an?! Was für ein Auftakt! Schnell baute auch Martin sein Pod auf und ich legte schnellstens meine Fallen wieder aus. Doch es passierte den ganzen Tag über nichts mehr! Gibt es doch garnicht, da fangen wir innerhalb der ersten halben Stunde 2 tolle Karpfen, um anschliessend tatenlos in der immer heisser werdenden Sonne Spaniens zu braten?!

Nun gut, immerhin hatte sich der Platzwechsel schon gelohnt und der Abend lag ja noch vor uns. Doch waren wir bereits nach dem Fang der ersten beiden Fische an der neuen Stelle hochzufrieden. Viel diskutierten Martin und ich darüber, dass nach einem solchen Wahnsinns Auftakt eine derartige Flaute einsetzt. Für uns unerklärlich, genauso wie die spanische Siesta...Der Abend brach an und gegen 21.10 Uhr bebte Martins Wallerpod! Vehementer Biss und schnell setzte er den Anhieb, den der Fisch mit einer irren Flucht konterte. Ein aufregender Drill, der sich nach 20 Minuten dem Ende näherte. Müde kam der Fisch zum Ufer, wo ich ihn sicher greifen konnte. Ein versöhnlicher Abschluss eines Tages, der so aufregend angefangen hatte. Zufrieden schliefen wir ein. Am nächsten Morgen waren wir gespannt, ob sich die Ereignisse des vergangenen Tages wiederholten. Leider war dieser erste Morgen nicht zu toppen, doch konnten wir 2 schöne Schuppenkarpfen fangen, ein weiterer schlitzte aus. So verstrich ein sonniger Tag und es sollte ein Abend folgen, den wir beide so schnell wohl nicht vergessen werden!

Kurz nach 19 Uhr piepte mein Delkim und sofort nach dem Anschlag nahm ein großer Fisch in einer Flucht 40 Meter Schnur. Kein Hacken, nur eine ruhige Schwimmart und ich wusste sofort, ein Wels kann es nicht sein. Gemächlich zog der Fisch seine Bahnen und nur langsam konnte ich ihn zum Ufer dirigieren. Ein mächtiger Körper erschien beim ersten Auftauchen und wenige Minuten später verschwand ein massiger Karpfen im Kescher. Mit viel Mühe hob ich den Fisch auf die Beani Mat. Wahnsinn! Was für ein mächtiger Schuppmann!

Wir hatten uns noch nicht ganz gesammelt, da schoß die gleiche Rute erneut ab. Schnell setzte ich den Anschlag und schon wieder verneigte sich die Rute. Ein weiterer schöner Schuppenkarpfen verschwand im Kescher. Was für ein Auftakt in einen Abend, der doch gerade erst begonnen hat!

Ab 20 Uhr ist das Karpfenangeln verboten und nun machte ich mich daran, Martin zu folgen und die Fallen für Mister Catfish auszulegen.

Die Aktivitäten unserer schleimigen Giganten beschränkten sich auf die Abendstunden und so hatte ich das Glück an diesem Abend meinen ersten Waller 2005 zu fangen. Wir konnten es kaum fassen! Nur eine Stunde später der 2. Abzug und auch diesen Waller konnte Martin nach heftigem Drill sicher greifen. Nun war Martin an der Reihe und ein weiterer Wels gab sich geschlagen.

Der Abend, der so verheissungsvoll begann endete dann auch mit einem weiteren Catfish. Auh Mann, den Blick auf den Morgen gerichtet, bedeutete das eine irre Plackerei, denn sollten die Fische ja auch noch fotografiert und gefilmt werden.

Wir versuchten zu schlafen, doch irgendwie waren wir innerlich zu aufgewühlt und auch zu ko, um zügig einzuschlummern.

So war es eine qualvolle Döserei bis sich die Äuglein endgültig schlossen.

So langsam dämmerte es, ein neuer Tag brach an, leichte Nebelschwaden zogen über das Wasser und richtig wach wurde ich erst, als Martins Pieper mit Dauerton diese Idylle beendete. So fing dieser Morgen an, wie der Abend endete. Martin präsentierte einen schönen Schuppenkarpfen und liess 20 Minuten später den 2. folgen! Was für ein Auftakt in einen wunderschönen Tag. Ich kam nach diesem aufregenden Abend nur schwer in Gang.

Doch war es dieser unverwechselbare , frische Kaffeeduft am Wasser, der die Lebensgeister in meinen Körper zurückkehren liess. Wir frühstückten gemeinsam, liessen die letzten Stunden Revue passieren und wünschten, wir hätten den Fototermin schon hinter uns.

Da wir keine Freunde langen Hälterns sind, rafften wir uns auf und fotografierten die Fische. Ganz ungefährlich war unser Treiben auf den Felsvorsprüngen nicht und so sehe ich mit ängstlichem Gesicht immer noch Martin vor mir, wie er bis zur Brust im Wasser stehend mit der rechten Hand nach Halt suchte, das Wasser langsam in seine Wathose lief, doch er in seiner linken Hand den Waller nicht losliess!

Ein harter Hund unser Martin und so zog ich ihn mitsamt Waller auf festen Boden zurück.

Noch mal Schwein gehabt!

Es war eine irre Puckelei und anschliessend gab es nur noch den direkten Weg auf die Liege, um sich von den Strapazen zu erholen. Fix und fertig krochen wir durch den Tag und waren froh, dass wir bis abends einfach nur vor uns hin dösen konnten. Auf eines jedenfall war Verlass und das war unser 21 Uhr Run! Martins Pod vibrierte, bevor der Wels in einer sagenhaften Flucht abschoss. Konzentriert drillte Martin diesen Fisch und nach 20 Minuten kam er in Ufernähe.

Oh, in was für ein Maul soll ich da greifen, ging es mir bei der ersten Sichtung durch den Kopf. Doch noch gab sich der Fisch nicht geschlagen und trotz hart eingestellter Bremse gelang es Herrn Wels erneut zu fliehen. Die Fluchten wurden immer kürzer, jetzt keinen Fehler mehr machen und der Riese ist besiegt. Ich hab ihn! Schnell lösen wir den Haken und leinen ihn an. Was für ein Gigant! Wir beschränkten uns in der Dunkelheit aufs Fangen. Wiegen und messen erledigten wir bei Tageslicht, um die Unruhe am Ufer während der besten Fangzeit so gering wie möglich zu halten.

Pieeeeeeep....ein Mittagsrun, eher die Ausnahme, riss mich von meiner Liege. Ein kräftiger, hochrückiger Schuppenkarpfen gab sich die Ehre. Toller Fisch und auch diesen Karpfen gaben wir nach einem kurzen Fotoshooting seine Freiheit wieder.

Dieses Vorgehen wurde dann auch mit einem weiteren schönen Wels, der farblich ins gelbliche ging, belohnt. Abermals fix und fertig klang dieser Abend dann auch aus. Wie tot fielen wir auf unsere Liegen. Noch wussten wir nicht, was Martin an diesem Abend besiegte. Der Morgen brach an und wie gerädert wachten wir auf, schnell das Pod aufgebaut, Ruten raus, um ja nicht die fängigen Morgenstunden zu verpassen. Doch diesmal konnten wir in aller Ruhe frühstücken, nichts piepte ab und wir stärkten uns mit Kaffee und Brötchen.

Nun ging die Plackerei wieder los. 2 Welse wollten fotografiert, gemessen und gewogen werden. Ein spannender Moment und ein Jubelschrei ging über Martins Lippen! Das Maßband bestätigte die erste Wahrnehmung! Was für ein Fisch, einfach irre! Wir schossen Bilder und filmten den Wels, um ihn anschliessend seinem Element zurückzugeben. Was haben wir nun schon in den wenigen Tagen hier erlebt und immer waren wir einstimmig der Meinung: Das ist nicht zu toppen! Doch irgendwie legten wir immer noch einen drauf und es sollte noch dicker kommen.

Unser Treiben in Spanien ging an die Substanz, an unsere! Völlig entkräftet, waren die Nächte einfach zu kurz, um mal den Akku wieder aufzutanken. Tagsüber brannte die Sonne unerbittlich und an Schlaf war nicht zu denken. Wir dösten vor uns hin und waren froh, wenn wir mal für 30 Minuten einnickerten.

Auch des Nachts war der Schlaf nicht wirklich ergiebig, Martin erzählte mir von Euro-Tackle und so wusste ich, dass er sich auch im Traum mit Angeln beschäftigt...Obwohl wir tagsüber viel probierten und tief in die Trickkiste griffen, piepte es, ausgenommen von wenigen Fischen, nicht zu unserer Zufriedenheit ab. Gelegentlich zeigten sich einige Karpfen und sprangen gewaltig aus dem Wasser, doch an Nahrungsaufnahme dachten sie so richtig nicht.

Schossen die Karpfen wenigstens gelegentlich am Tage ab, so blieben die Welse doch völlig in ihren Löchern. Sie dachten nicht im entferntesten daran, auf Nahrungssuche zu gehen.

Vor 21 Uhr ging nichts! Das Wasser wurde täglich wärmer, bildeten wir uns zumindest ein. Doch tatsächlich erwachte der Ebro allmählich aus seinem Winterschlaf und wir vernahmen nachts immer heftigere Jagdaktivitäten der Welse. Sobald es dunkel wurde ging es los, erst klatschten die Karpfen, dann schmatzten die Waller...eine einmalige Atmosphäre!

Es wurde wieder langsam Abend und kurz vor Dunkelheit hämmerte ein Spanier 20 m neben uns seine össeligen schweren Rutenhalter gewaltsam mit einem Hammer in den Boden! Tödlich auf felsigem Boden und so begruben wir unsere Hoffnungen auf den 21 Uhr Waller schon recht früh. Was für ein Dämelack?!

Wir behielten Recht, doch gegen 22.45 Uhr doch noch der ersehnte Abzug. Martin war zur Stelle, nahm die Rute auf und nach kurzem heftigen Drill zeigte sich der Fisch im Mondschein auf der Wasseroberfläche. Unser Nachbar bekam Wind von der Sache und ging uns wirr spanisch sprechend gewaltig auf die Nerven, bevor ein energisches ADIOS ihn endgültig grummelnd abziehen lies.

Er packte dann auch kurzerhand ein und verschwand. Kurz vor Sperrstunde konnten wir Martins 2. Wels sicher landen. So sanken wir erschöpft aber glücklich ins Reich der Träume. Die Nacht war kurz, sehr kurz. Irgendwie fühlte ich mich völlig ausgepowert, Martin lag friedlich schlafend neben mir, ein kurzes Rütteln, doch er schnarchte weiter. Der Fluß war schon wach, es klatschte und ballerte, ein Wahnsinn! Ich kochte mir einen Kaffee, stellte das Pod auf und legte die Fallen aus. Die Stille geniessend sass ich auf einem Felsen, trank lecker frisch aufgebrühten Kaffee und sah dem munteren Treiben im Wasser gebannt zu. Mein linker Delkim war es, der so schön blau anfing zu leuchten und dazu dieser unnachahmbare Delkim-Dauerton - Abzug!

Schnell zum Pod, Rute in die Hand und los ging es. Wieder diese enorme Kraft und dieses ruhige Verhalten am Ende der Leine. So verhalten sich große Karpfen, wenn sie gehakt sind. Ganz gemächlich zog der Fisch seine Kreise, was sollte ihn aufhalten? Unerreicht und präzise arbeitet die Bremse der Tournament, Gerät auf das man sich verlassen kann! Der gleichmässige Ton der Bremse und Fluchten von 30-40 Metern liessen Martin aus dem Schlaf schrecken.

Er blinzelte mir entgegen und ahnte wohl schon,was da am anderen Ende der Leine gemächlich seine Bahnen zog. Nach 20 Minuten erreichte der Karpfen Ufernähe und ein mächtiger Fischleib kam zum Vorschein. An keschern war noch nicht zu denken, doch merkte ich, dass es in die Endphase ging und der Schuppmann müde wurde. Endlich umschloss das Netz den gewaltigen Fisch.

Nur mit viel Mühe hoben wir ihn auf die Matte und ich ahnte, was die Waage bestätigte. Fehlten beim letzten Kracher noch wenige Gramm an der magischen Grenze, so passte es diesmal knapp darüber. Kaum war der prächtige Schuppenkarpfen eingesackt, da holte mich der nächste Dauerton von meiner Wolke.

Erneut das gleiche Spiel und wieder verschwand ein weiterer Ebro- Kracher im Netz. Unglaublich! Immer wieder erinnerten wir uns an den Auftakt, der innerhalb kürzester Zeit 2 Brummer brachte. Das ist nicht mehr zu toppen waren wir sicher! Doch fast täglich bargen wir neue Schätze aus dem Wasser!

Wir konnten es kaum glauben, es war nicht zu fassen, ein Angeltrip ganz nach unserem Geschmack. Körperlich ging nicht mehr viel, wir waren alle, fix und fertig, physisch am Ende!

Die Drills und das Fotografieren der Fische hatte Spuren hinterlassen und doch wollten wir die letzten 2 Tage noch durchziehen. Aber was sollte unser Ergebnis noch toppen? Was sollte noch passieren? Wir wähnten uns zufrieden in “Sicherheit”, doch kommen sollte es....natürlich anders! Am Abend erwischten wir noch einige schöne Karpfen und 2 Welse. Der darauffolgende Morgen brachte ausser dem ersten Regen nichts, was für eine Wohltat für unsere geschundenen Körper!

Wir ruhten uns den ganzen Tag über aus, sammelten Kraft, Kraft, die wir, zu diesem Zeitpunkt natürlich noch unwissend, auch bitter brauchten, denn der letzte Abend brach an. Bei vielen Trips beschwor ich oft die letzte Nacht, doch nicht wirklich passierte irgendetwas spektakuläres. Wir gönnten uns mittags spanischen Schinken und genossen den herrlichen Sonnenschein. Einfach mal die Seele baumeln lassen und nichts tun, erholen von den zurückliegenden Strapazen. Wir blickten zurück auf die vergangene Woche und einstimmig hiess es:

Ein gnadenloser Trip, der bis an die Grenzen körperlicher Leistungsfähigkeit ging. Nun kam er immer näher, der letzte Abend. Die Mittagssonne verstummte und es wurde etwas kühler, angenehm kühl. Der erste schöne Karpfen biss um 19 Uhr. Foto und wieder hinein. Noch eine Stunde, dann hatte sich das Karpfenangeln erledigt, lediglich ein Morgen blieb noch. Stille, Spannung baute sich auf. Wir flachsten, rauchten genüsslich eine spanische Fortuna, Fortuna...war da nicht irgendetwas mit Glück und Schicksal, eine alte römische Göttin des Glücks, Zufalls und Schicksals? Piep, mein linker Delkim...Stille...Ruhe....1,2,3,4, 5 Sekunden...Piiiieeeeeeep....Dauerton.....die Bremse der Tournament kreischt!!! Schnell zur Rute, Anschlag mit beiden Händen halte ich die Rute fest, was auch bitter nötig war. War doch bis dato ein 110 pfündiger Catfish der grösste Fisch auf meiner Karpfenrute, so wusste ich sofort, dieser war grösser! Eine Flucht, die nicht enden wollte, Flucht?! Warum sollte ein solcher Gigant fliehen?? Schwamm er nur?

Oder was machte er? Die Rute krumm, wie es krummer nicht mehr ging schwamm er unaufhaltsam auf das gegenüberliegende Ufer zu! Die Bremse immer fester drehend versuchte ich den Fisch zu stoppen, Stoppen? ähm, etwas zu bremsen. Langsam gelang es, ich gewann einige Meter Schnur und pumpte den Fisch etwas näher heran. Irre, die Rute bis zum zerbersten gekrümmt hörten wir den Lack knacken! Die Schnur bis aufs Äusserste gespannt, sang sie unter krassester Belastung ihr Lied, unser Lied! Der Wels liess sich nur schwer von seinem Kurs abhalten, doch langsam kam er näher Richtung Ufer. Unglaublich, nur noch wenige Meter bis zur Schlagschnur, nein, in nur einer Flucht flogen die mühsam abgerungenen Meter wieder von der Rolle. Es sollte noch etwas dauern, bis wir diesen Ebro Giganten zu Gesicht bekommen sollten.

Immer wieder zog er die mühevoll abgerungenen Meter Schnur von der Rolle und ich versuchte ihm die Flucht durch sanftes, gefühlvolles Fingerbremsen zu erschweren. Schlagschnur in Sicht, die erste Wicklung auf der Rolle, nun kann er nicht mehr weit sein, ich gehe 2 Meter zurück, er taucht auf! Wahnisnn! In dieses Maul soll ich packen? höre ich Martin rufen! Ein Schädel, wie ich ihn nie zuvor sah, doch tauchte er wieder ab und zog Schnur von der Rolle! Doch hatten wir ihn wenigstens schon gesehen. Nun belastete ich das komplette Gerät über das Äusserste hinaus und übte heftigen Druck auf den Wels aus. Er kam erneut hoch, kurz vor Martins Händen, schnapp, er hatte ihn sicher! Ein wahrer Gigant, ein Ebro Gigant! Wir konnten es nicht fassen. Martin leinte ihn an.

Ich zitterte am ganzen Körper...50 Minuten Drill hinterliessen Spuren, doch er ist besiegt! Wir kochten erstmal Kaffee und konnten es nicht fassen. Das Karpfengeschirr hielt dieser brachialen Gewalt stand. Nichts ging mehr, ich hatte keine Kraft mehr, fühlte mich ausgepowert, die Arme schmerzten. Kurz vor Mitternacht, die letzte Chance, Martins Wallerrute schoss ab! Auch diesen Wels landeten wir sicher. Wir können nicht mehr, völlig erschöpft aber glücklich und gespannt auf den Morgen schliefen wir ein. Unser letzter Morgen brach an, gegen 11 Uhr wollten wir abfahren, zurück nach Stukenbrock.

2 Welse wollen noch versorgt werden, trotzdem nutzten wir die letzte Chance, Karpfen zu fangen. 3 Schuppenkarpfen überlisteten wir noch und dann ist endgültig Feierabend!

Ruten raus, unser letzter Fototermin. Wir sind gespannt, gespannt auf den Waller! Nun liegt er da auf der schweren Plane und es ist ein Fisch, wie wir ihn noch nie gesehen haben, ein wahrer Gigant! Einen Wels müssen wir noch, unseren letzten für diesen Urlaub. Ein prächtiger Fisch und ein toller Abschluss! Was für ein letzter Abend und irrer letzter Morgen! Wir waren am Ende, völlig am Ende, total erschöpft aber glücklich! Es ist vollbracht, wir sind wieder zu Hause. Ein gnadenloser Angeltrip liegt hinter uns und so langsam kehren die Lebensgeister wieder zurück in unsere Körper. Wir waren ein Team, eine eingeschworene Einheit und nur so ist es möglich einen solchen Coup professionell durchzuziehen, haben wir doch immerhin 1039 kg Fisch bewegt!

Martin           &             Ulli


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