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Sebastian`s Rückblick auf 10 Jahre Wesercarping! |
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Ein wunderschöner Tag bahnt sich an, es ist spät im August, glutrot steigt die Sonne über die Pappeln am wenig entfernten Kanal auf, feine Nebelschwaden treiben über das Wasser. Mit einem kaum hörbaren Glucksen, erscheint ein Haubentaucher, unweit des Punktes, an dem meine Schnur ins Wasser zeigt. Kann mir diesen Sonnenaufgang, wie so oft nicht entgehen lassen, und quäle mich noch leicht schlaftrunken aus meinem Schlafsack, die ersten warmen Strahlen der Sonne lassen das leichte, morgendliche Frösteln verschwinden. |
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Mein Herz schlägt schneller :“ Da geht noch was !“, denke ich mir und knie mich neben die Ruten, plötzlich : Stille, keine Bewegung mehr, nichts, nur das sanfte, surrende Strömen der Weser ist zu hören. Mein Puls rast, kenne ich doch nur zu gut, was das bedeuten könnte : Große Fische in der Nähe des Futterplatzes, die selbigen haben die Weißfische aus dem Bombenkrater verscheucht, den ich mir gelotet habe. |
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Viele dieser Erinnerungen verbinde ich mit „meiner“ Weser und möchte dieselben nicht missen. In folgenden Zeilen, werde ich ein wenig über das spannende und abwechslungsreiche Fischen auf Karpfen in der Weser berichten, einen kleinen Rückblick zeigen und euch ein wenig das Flair vermitteln zu versuchen, dass das Karpfenangeln an der Weser auszeichnet. Angefangen hat alles Ende der 80 er, damals fischte ich noch aktiv in der Wettkampfgruppe unseres kleinen Vereines. Zu diesem Zeitpunkt waren noch fast immer wundervolle Brassen, Zährten und große Rotaugen zu fangen. Einige Male geschah es, dass ich mit der Kopfrute offensichtlich große Fische hakte, die sich zunächst als vermeidliche Hänger maskierten und dann nicht mehr zu halten waren. |
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Das nervte natürlich ganz schön und ich stellte auf eine straffe Feederrute mit 18er Monofil um Leider dauerte es einige Angeltage, bis ich wieder „Kontakt“ haben sollte, aber diesen Tag werde ich nie vergessen, bis auf wenige Meter vors Ufer drillte ich einen ca. 25 Pfund schweren Spiegler, der mit mir und dem Gerät machte, was er wollte. Mit einem großen Schwall und einem aufgebogenem Haken, verabschiedete sich dieser Kollege und ward nicht mehr gesehen. Minuten starrte ich mit dem vor mir baumelnden Futterkorb vor der Nase aufs Wasser und war völlig sprachlos. |
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Zum damaligen Zeitpunkt leistete ich grad meinen Zivildienst und war jede Nacht am Wasser. So kamen an die 100 Nächte und mehr pro Jahr zu Stande. Die technische Aufrüstung ließ dann doch nicht lange auf sich warten und bald schlief ich anstatt unterm Schirm auch in einem Bivi, hatte ein Rod Pod, Microns und diverses Zubehör. Im Nachhinein bin ich mir fast sicher, dass obwohl die Fische mit der Zeit größer wurden, die ich fing, sich dieser Erfolg weniger auf das Tackle, sondern die Erfahrung und zum allergrößten Teil auf mein Glück zurückführen lässt. |
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Große Vorfütteraktionen und übertriebenes Füttern wärend des Angelns haben sich auch als eher unnötig erwiesen. Wir befischen hauptsächlich Altarme der Weser die ca. 100 – 150 m breit sind und je nach Jahreszeit mäßige bis mittelstarke Strömungen aufweisen. Es gibt auch viele Buhnenfelder, die durch ihre besonderen Strömungsverhältnisse auch sehr interessant sind. Anhaltendes Hochdruckwetter bei mäßigen Wassereintrübungen sowie bedecktem Himmel, haben sich als beißträchtige Zeiten herausgestellt. Wichtig ist eine gute Location, die sich durch intensives Loten des Platzes auszeichnet. |
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Die schweren Spiegler, meist Rogner, waren sehr „wannig“ und demnach deutlich schwerer. Ganz selten lassen sich noch ganz dunkle Schuppis fangen, mutmaßlich Wildbestände, „normale“ Schuppis sind mit ca. 1/3 in der Fangstatistik vertreten. Blässhühner, Haubentaucher, Schwäne und so mancher Eisvogel, der von den Ruten aus zum Brutfischfang startet, machen das Angeln zum Naturerlebnis. Ein Erlebnis anderer Art, sind die großen Wanderratten, die gerne auch mal im Zelt oder auf deinem Schlafsack sitzend nach dem Rechten sehen oder, ob sich was essbares finden lässt. |
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In den frühen 90 er Jahren war es ein echtes Erlebnis jeder Saison, wie sich Anfang / Ende Mai die großen Spiegler direkt vor der Krautkante zum Ablaichen trafen! In den frühen Morgenstunden klatschte es direkt vor unseren Füßen, große Rückenflossen durchfurchten das Wasser. Bis zu den Knien im Wasser stehend war man inmitten dieses Schauspiels- unvergesslich. Leider konnte man dieses Schauspiel im Laufe der Jahre immer weniger, bis dato gar nicht mehr auf unserer Strecke bewundern - genauso, wie wir über die Jahre immer weniger Fische fingen. |
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Nun ja…zurück zur Weser, habe einige Bilder mitgebracht, an denen man erkennen kann, dass selbst bei mehren Nächten ohne Run (was sehr, sehr häufig vorkommt !) die Weser einen gerade zu magisch in den Bann ziehen kann, wenn man das ganze noch mit einem Freund teilen kann und eine schöne Zeit verlebt, ist der Fang eines wunderschönen Weserspieglers „nur“ eine Extrazugabe, die natürlich gut ankommt. |
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Richtig ist -und das ist beweisbar- dass der Weserrekord aus den 80er Jahren stammt: Ein Angler aus der Nähe von Nienburg fing einen Karpfen, der deutlich schwerer war und lange Jahre die Blinker-Hitliste anführte. |
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