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Eine gute Zeit

- erschienen in der Erstausgabe des carp hunters magazine im Oktober 2008

Eine gnadenlose Angeltour und die Partnerin sitzt mit im Boot? Kann das gut gehen oder unvorstellbar? Es kann, jedoch gilt es einiges zu beachten, damit das gemeinsame Unterfangen zu einem vollen Erfolg wird. Schliesslich sollen es unvergessliche Tage, in möglichst ursprünglicher Natur, mit einem Hauch von Abenteuer werden! 

Jedes Jahr aufs Neue wieder, planen Corinna und ich eine solche Tour. Ein geeignetes Gewässer muss her und das ist bereits Herausforderung Nummer 1. In der Vergangenheit besuchten wir schon den Lac du Salagou in Südfrankreich. Damals im August, verbrachten wir bezaubernde Badeferien in wildromantischer Kulisse. Der Süden Frankreichs garantiert im Sommer fast ausnahmslos strahlenden Sonnenschein und Temperaturen oberhalb der 30°. Dazu verlockende Wassertemperaturen, die zum Baden förmlich einladen. Die folgenden Jahre ging es in den Süd-Westen Frankreichs, Flussangeln stand auf der Reiseagenda. Auch diese Herausforderung meisterten wir gemeinsam mit Bravour, fingen zahlreiche Welse und einige Karpfen und es war für Corinna eine echte Feuertaufe. Wir befischten damals 2 unterschiedliche Flüsse, wühlten uns ohne die geringsten Ortskenntnisse durch die malerischen Städtchen dieser traumhaften Gegend und zum Höhepunkt gab es auch noch einige spannende Wallerdrills.

Gemeinsame Erlebnisse schmieden zusammen und natürlich wurde auch etwas Lehrgeld investiert. Gut angelegtes „Geld“, denn planen wir heute eine Tour, greift ein Rädchen ins andere. Meistens läuft alles rund, man könnte auch sagen, wie geschmiert. Sicherlich gilt es einige Dinge zu beachten, damit die Reise nicht zur Tortur wird. Gegenseitige Rücksichtnahme, Gemeinsamkeiten finden und Kompromisse schliessen, gehören verständlicherweise dazu. Wir wollen eine gute Zeit am Wasser verbringen, unseren Urlaub geniessen und möglichst viele und kapitale Fische fangen. Die erste Aufgabe für dieses neue Unterfangen, war die Suche nach einem geeigneten Gewässer. Nicht ganz einfach, da es einige wichtige Kriterien erfüllen sollte. Zum einen, meinem anglerischen Anspruch gerecht werden, zum Anderen, Madame eine gute und erholsame Zeit ermöglichen. Meiner anglerischen Vorstellung entspricht ein Gewässer mit gutem Fischbestand, Karpfen >15 kg müssen vorhanden sein, 20 kg sollte möglich sein.

Nicht überlaufen darf es sein, schliesslich mögen wir beide Stille und Abgeschiedenheit. Nach Möglichkeit ursprünglicher Natur und fernab touristischen Rummels, sollte es auch noch sein. Nicht wirklich einfach, grenzen diese Punkte die Auswahl bereits arg ein. Entweder fliessendes Wasser, Flüsse, Kanäle, alternativ grosse Seen, grösser oder um 1000 Ha. Kanäle scheiden aufgrund der für Corinna monoton wirkenden Atmosphäre im Vorfeld aus, Flussangeln war die letzten Jahre Programm, also entschieden wir uns für einen weitläufigen See. Sicherlich gibt es auch an kleineren Seen gute Fische, einen Hauch von Abenteuer erlebt man dort in der Regel aber nicht. Stille, Abgeschiedenheit und Einsamkeit findet man dort auch eher selten. Ging es zuletzt immer ins Ausland Richtung Frankreich, wollten wir diesmal in Deutschland fündig werden. Nach ausgiebigem Studium der Deutschlandkarte, fiel die Entscheidung und die Planungen begannen. Nachdem einer der anspruchvollsten Brocken aus dem Weg geräumt war, ging es daran, Verantwortlichkeiten aufzuteilen.

Verständlicherweise, ist alles rund um die Angelei mein Part. Demzufolge besorgte ich im Vorfeld eine Gewässerkarte mit Tiefenangabe, eine Gewässerordnung und Bestimmungen. Somit ist man bereits im Vorfeld informiert und erlebt anschliessend keine bösen Überraschungen, denn noch ist nichts zu spät und ein Umorientieren jederzeit möglich. Alles prima, fing die Arbeit jetzt erst richtig an. Mehle und Ingredienzien für die Boiliemischung ordern und anschliessend rollen, rollen, rollen. Zwar bin ich kein Freund von Futterorgien, jedoch möchte ich schon für aufkommende Eventualitäten gerüstet sein. Anschliessend wurde das komplette Tackle unter die Lupe genommen, ausreichend Bleie, Schnur, Batterien usw. vorhanden? Ladegeräte für Handy und Kamera im Gepäck? Wie das halt so ist, die übliche Liste abgearbeitet. Nach geraumer Zeit alles überprüft und für gut befunden, konnte es von meiner Seite endlich losgehen!

Während Ulli alles zusammen suchte, damit er auf unserer gemeinsamen Tour auch die großen Fische an Land ziehen kann, zerbrach ich mir den Kopf, was wir den nun wirklich, sozusagen „lebensnotwendig“ tatsächlich mitnehmen müssen. Da durfte nichts fehlen, angefangen vom Kaffeefilter über Geschirr und Besteck. Spüli, Geschirrtuch und natürlich Lebensmittel aller Art, bis hin zur Wäscheklammer. Ja, die praktische Hausfrau denkt mit, schliesslich müssen ja auch mal die nassen Klamotten irgendwo zum Trocknen aufgehangen werden.

Eine lecker Flasche Rotwein, zum gemütlichen abendlichen Beisammensein darf genauso wenig fehlen, wie ein Korkenzieher zum Öffnen und stilvolle Weingläser für vollendeten Genuss. Das Kunststück bestand dann hauptsächlich darin, alle diese Sachen in Ulli’s, für mich winzigkleine Zargesbox zu verstauen, damit das Zeug dann vor Wind und Wetter und vor allem, vor unseren nächtlichen, tierischen Besuchern sicher und geschützt ist.

Ja, ja, die holde Weiblichkeit, 60 Liter Box winzigklein? Aber selbstverständlich, weiss ich Corinnas Bemühungen und ihre Packkünste sehr zu schätzen. Hat jeder seine Aufgaben erledigt, kann es endlich losgehen, mit der guten Zeit am Wasser!

Am See angekommen, steht dieser guten Zeit noch ein letzter, aber wahrhaftig dicker Brocken im Weg, die Platzwahl! Nicht nur, dass es zermürbend ist, an einem unübersichtlichen, endlos erscheinenden neuen Gewässer, dazu noch ortsfremd, geeignete Fangplätze zu finden, nein, Madame nörgelt auch noch munter mit. Gefällt ihr hier das dicht bewachsene Ufer ohne Sonnenplatz nicht, ist es dort das zu steil abfallende. Was denn jetzt, „wollen wir Fische fangen oder was?“, geistern mir entnervt einige Giftpfeile durch den Kopf. Ruhe bewahren, Engelszunge ölen und die Alternativfrage stellen:“ Welche Angelstelle gefällt dir besser Liebes, Platz 1 oder 2?“ Gefangen, ätsch und die favorisierte Stelle zuletzt genannt, kommen wir beide zu unserem Recht. Jetzt folgt echte Schwerstarbeit, Auto entladen, Boot aufpumpen, Tackle schleppen und Camp aufbauen. Die ersten echten Urlaubsminuten verinnen wahrhaftig mühselig, strapaziös und schweisstreibend.  

Sich auf die passende Angelstelle zu einigen, erfordert schon etwas weibliches Geschick, während Ulli natürlich nach dicht bewachsenen Uferplätzen mit möglichst günstig stehenden Winden und Strömungen Ausschau hält, beinhaltet meine Vorstellung von Urlaub ein lauschiges Plätzchen mit seichtem Ufer, Sandstrand, viel Platz zum Sonnen und Wohlfühlen. Die Kunst besteht dann darin, wenn er sich schon so gut wie festgelegt hat, doch noch eine weitere Suche, nach einem bestimmt noch viel besser geeignetem Platz zu starten. Je mehr Orte irgendwie ganz passabel erscheinen, desto größer letztendlich die Auswahl für mich. Naja, ein paar Abstriche muss man dann halt machen, aber bis jetzt konnten wir uns noch immer einigen.

Puh, zum Glück ist auch die erschwerlichste Zeit vergänglich. Das Camp ist errichtet und endlich kommen wir zum Wesentlichen, Rod Pod aufbauen, Stelle markern, Ruten montieren, bestücken und auslegen. Ein langer und anstrengender Tag liegt in den letzten Atemzügen, alles ist hergerichtet, prima. Ein freudiger Blick auf die Ruten, ein letzter Funktionstest Pieper – Funkbox, anschliessend wate ich recht erschöpft aus dem Wasser und wünsche mir sehnlichst den gemütlichen Teil des Abends herbei. Das dieser kommt, ist durch Corinnas Anwesenheit garantiert. In der Zwischenzeit sass auch sie nicht auf der faulen Bärenhaut, sondern bereitete selbstlos einen delikaten Abendschmaus vor. Geschwind noch den Grill montiert und über die bereits glühenden Kohlen in der Feuerschale ausgerichtet, kann es losgehen. Die erste Nacht und der sehnsüchtig erwartete Urlaub beginnt, endlich. Direkt nach dem Abendessen und einem anschliessenden Gläschen Wein, begeben wir uns kraftlos, hundemüde und gänzlichst erschöpft in das Reich der Träume. Wie so oft, beginnt eine Angeltour unproduktiv, kein Run, kein gar nichts. Etwas unruhig verlief sie trotzdem, unsere erste Nacht, nicht wahr Corinna?

Ich erinnere mich noch ganz genau an meine allererste Nacht, die ich draußen mit Ulli beim Angeln verbracht habe. Es war so warm, dass wir erst gar kein Zelt aufbauten und unsere Liegen einfach so, unter dem nackten Sternenhimmel aufstellten. Das war großartig, bis ich dann mitten in der Nacht aufwachte, weil es um uns herum raschelte und im Unterholz furchterregend knackte. Es war stockfinster, man konnte die Hand vor Augen nicht erkennen. Ulli auf seiner Liege neben mir, schnarchte friedlich, während ich mit weitaufgerissenen Augen, alle Sinne zum Bersten gespannt, diesen unheimlichen Geräusche lauschte. Was für Tiere streifen hier eigentlich des Nachts durch die Gegend? Wildschweine oder gar auch Wölfe? Irgendwann erlöste mich dann der Schlaf und als ich Ulli am nächsten Morgen darauf ansprach, meinte er, dass es wohl Mäuse oder auch Ratten gewesen sein könnten.

Also nichts Grosses, obwohl der Krach einer Horde durchgehender Büffel entsprach. Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich an die nächtliche Geräuschkulisse und mittlerweile schlafe ich bei solchen Touren tief und fest. Bis zu unserer jetzigen Erfahrung mit einer Wildschweinrotte. Das war ein Gestampfe, Gegrunze und Geschnüffel und das ganze noch direkt an unserer Zeltwand. Wir waren hellwach, saßen alle beide senkrecht auf unserer Liege und hielten den Atem an. Zu dieser Zeit hatten die Wildschweine Nachwuchs, so dass wir es für das Beste hielten, uns ganz still zu verhalten, damit sich die Tiere nicht durch uns bedroht fühlten und womöglich noch zur Verteidigung ihrer Frischlinge auf uns losgingen. Nach einer heiklen Viertelstunde hörten wir dann, wie die Rotte sich so langsam wieder durch den Wald hinter uns entfernte und wir waren froh, dass sie sich weder für unsere Futtervorräte noch für uns interessiert hatten.

Wildschweine suhlen gern - nur Wildschweine?

Verbleibt man während seiner Ferien im wunderschönen Deutschland, ist eines stets ungewiss, das Wetter! Wir hatten Glück und die Sonne lächelte uns bereits des Morgens entgegen. Ein neuer Tag begann und nach all der Plackerei des Vortages, lag sie nun tatsächlich vor uns, die gute Zeit. Kein Gerödel mehr, sondern einfach nur konzentriert fischen, lesen, in der Sonne braten, ausspannen und faulenzen. Des Nichtstuns überdrüssig, begaben wir uns aber schon des Mittags auf eine Echolottour. Wir suchten fein säuberlich im weiten Wasser des Sees nach Auffälligkeiten in der Unterwasserwelt.

Ein auffälliges Krautfeld erstreckte sich fast über die gesamte Flachwasserzone. Kurz vor der Kante ins tiefe Wasser endete es und die Bodenbeschaffenheit schien optimal. Insofern gab es keine neuen Erkenntnisse und der am gestrigen Tag eilig gesetzte Marker stand einwandfrei. Gemeinsam im Boot sitzend, bot es sich förmlich an, Corinna im Umgang mit diesem einzuweisen. Wir übten einige Manöver und sie bekam schnell ein Gefühl für die Handhabung. So waren wir, hoffte ich, für den Ernstfall gerüstet, wenn wir des Nachts mit krummer Rute dem Fisch entgegenfahren. 

Unsere Geduld mit den gründelnden Seebewohnern wurde auf eine lange und harte Probe gestellt. Drei Nächte verstrichen, ohne eine einzige Aktion, nicht mal ein Weissfisch. Merkwürdig, Brassenschwärme beobachteten wir im seichten Wasser, inmitten des riesigen Krautfeldes, genauso wie Rotfedern. Unmengen, dieser wunderschönen Fischart mit ihren leuchtend rot gefärbten Flossenstrahlen, sprangen und blitzten durchs flache Wasser. Immer wieder gejagt von Junghechten und kapitalen Barschen, flohen sie um ihr Leben. Ein Spektakel besonderer Art, mit spannenden Jagdszenen, die für den Weissfisch nicht immer glimpflich ausgingen, lenkten uns zwischendurch von der Monotonie des Wartens auf die ollen Karpfen begeistert ab.

Nein, nein, ganz so dramatisch war es nun auch wieder nicht, mit der Monotonie. Wäre ja auch wirklich sehr bedauerlich, wenn Mann und Frau nicht in der Lage wären, auch ohne die erhofften Karpfenfische, eine gute Zeit am Wasser zu verbringen, oder? Ich glaube Corinna spürt meine innere Unruhe sehr genau und das schöne am Fischen ist, sie ist auf jeder Reise, bis zum ersten Karpfen immer vorhanden! Dieses geheimnisvolle neue Gewässer verbirgt seine Schätze bis zum Zeitpunkt X. Gespannt und geduldig, kann es der angelnde Mensch am Ufer kaum erwarten, einen dieser schleimigen Juwelen ins Keschernetz zu führen und in Händen halten zu dürfen.

Ein für mich immer wieder unbeschreibliches Gefühl, der erste Run, den ersten Fisch, eines niemals zuvor von mir beangelten Gewässers zu bergen. Es war dann auch in der dritten Nacht soweit. In früh morgendlicher Stille um 4.26 Uhr, weckte uns dieser unnachahmliche Dauerton aus dem Schlummerschlaf. Dabei erstaunt es mich immer aufs Neue wieder, mit welch guter Laune, sich meine Corinna aus dem Schlafsack räkelt und hellwach das Abenteuer Drill mit angeht. Die Rollen waren im Vorfeld klar verteilt und abgesprochen. Corinna übernimmt die Angel und kurbelt die ersten Meter Schnur mit steil nach oben gerichteter Rute ein. Ich starte den Motor und navigiere das Boot, bis wir ausserhalb des Gefahrenbereiches der am Ufer verbleibenden abgesenkten Schnüre sind. Ist dieser erreicht, tauschen wir die Plätze und ich kurbel weiter ein, während Coco Fahrt Richtung Fisch hält. Bei Ententeich auch nicht weiter problematisch, kamen wir schnell und sicher zum Fisch. Mit Aufnahme der ersten Windugnen Schlagschnur auf der Rolle beginnt der Drill.

Corinna hält das Boot immer über dem kämpfenden Karpfen und nach mehrminütigem Kampf, verschwand der in diesem Urlaub erste Karpfenfisch im Keschernetz. Ein wunderschön anmutender, langer Spiegelkarpfen, war also die Belohnung für unsere strapaziösen Bemühungen und die unendliche Geduld. Beute im Netz, ging es nun um den goldenen Schuss fürs Fotoalbum. Ein jeder Karpfenangler hat wohl eindeutige Vorstellungen von nett in Szene gesetzten Fangfotos, so auch meine Person. Diese Vorstellungen besprechen und diskutieren wir anhand eigener vorhandener Bilder oder auch Bildern, die gefallen. Trotzdem ist es von Vorteil, wenn ein Fotograf auch seine eigene Betrachtungsweise einfliessen lässt, kreativ ist, mit Positionen variiert und mit der Kamera ein wenig spielt. Daher bin ich sehr froh, dass Corinna das stets optimiert hat und ständig bessere Ergebnisse ins Album wandern. Ein eingespieltes Team setzt die Vorstellungen schnell und präzise um.

Klar möchte ein Angler schöne Bilder, aber noch ein Wort dazu: Der Karpfen ist ein Fisch und sein Lebensraum ist das Wasser! Bitte die Fotoprozedur immer so kurz wie möglich halten. Am sichersten für alle Beteiligten sind Bilder im Wasser, hier auch mal den Fisch unter Wasser drücken, so dass die Kiemen bewässert werden, Sauerstoff ist aggressiv! Bitte nicht an trockene Kleidungsstücke herandrücken, dafür gibt es Wathosen. Vorsicht im Umgang mit Kapitalen, dass die Flossen auf der Matte nicht umknicken und das Körpergewicht diese beschädigt. Und noch eines, noch eines und noch eines? Muss das sein? 28 Bilder? Der Fisch ist enormen Stress ausgesetzt und möchte zurück in sein Medium. Auch muss im Vorfeld alles zwingend vorbereitet sein! Wassereimer zum Übergiessen, Matte nass, ist die Kamera richtig eingestellt und alles griffbereit? Lieber auf den perfekten Shoot verzichten und dafür das Leben des Karpfens nicht unnötig gefährden! Dieses sollte ein jeder beachten und mit gutem Beispiel vorangehen, nicht nur schreiben oder lesen, sondern leben!

Die gute Zeit verann wie im Fluge und der aufgebaute Futterplatz war mittlerweile produktiv. Jede Nacht 2-3 Läufe, wanderten faszinierende Karpfenfische in unseren nimmersatten Kescher. So sei es Corinna auch verziehen, dass sie bei einem unserer nächtlichen Ausflüge in stockdüsterer Nacht eine Schnur abrasierte und auch, dass sie bei widrigen Wetterverhältnissen und hohem Wellengang, im Drill das Bötchen nicht in Position halten konnte und der bereits matt an der Oberfläche liegende Karpfen ausschlitzte.

Bestimmt 10 Sekunden lag er da, von mir bewundert, zum Greifen nahe, etwas benommen an der Wasseroberfläche und immer kleiner werdend im trüben Schein der Kopflampe, wir macht- und sprachlos hockend, im immer weiter abtreibenden Boot…

Bei Ullis ganzem, sehr sorgfältig gepacktem Equipment, fehlte ein ganz wichtiges Detail, nämlich eine Kopflampe für mich. So musste ich bei unseren nächtlichen Drills, gänzlich, sozusagen im Dunkeln tappen?! Das fing beim Suchen meiner Anglerstiefel an, während Ulli natürlich schon voraus zum Rod Pod gestürmt war und ungeduldig mit der Angel in der Hand auf mich wartete.

Wenn ich dann das Boot mehr schlecht als recht auf Kurs hielt, weil der einzige Lichtblick, Ullis Kopflampe, entweder auf die Rutenspitze oder auf die Rolle gerichtet war! Er mich dann noch anpflaumte, wo ich denn hinsteuer? Ich hätte das Boot immer in Richtung Fisch zu halten, ja wie denn? Na ja, in einer von vielen Rückfahrten, ist es dann eben schlaftrunken im Blindflug passiert, dass ich eine von den abgesenkten Schnüren in Ufernähe erwischte. In Folge dessen, ist jetzt inzwischen von ihm, eine extra Kopflampe für mich besorgt und für unsere nächste Angeltour auch schon eingepackt worden!

Ist es nicht wunderbar?

Also, was solls, was ist all das, gegen eine gute Zeit?

Corinna & Ulli

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