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Im Osten geht die Sonne auf

Fabian und Timm schildern ihre Erlebnisse aus dem Osten!

Herbstzeit- Urlaubszeit , das war für uns auch in diesem Jahr wieder klar. Aber wo sollte der Urlaub hinführen? Wieder zum sonnig-warmen Cassien oder in das kalte Ostdeutschland? Da es allerdings Mitte Oktober eh nicht gut am Cassien läuft, und aufgrund meiner Erfolge im Frühjahr in Meck-Pom, wollten wir einen Trip in den Osten wagen. Außerdem ist der Urlaub dort billiger und wir wollten vor allem Fische fangen! Also stand das Ziel fest, Mecklenburg, mit seinem 11Grad kaltem Wasser und ca.10Grad Lufttemperatur. In der Nacht des 15.10. brachen Timm und ich dann mit einem hoffnungslos überladenen Passat auf, immer dem Sonnenaufgang entgegen. Im Vorfeld hatten wir uns schon einen Schlachtplan überlegt, welcher bei der Fahrt noch einmal besprochen wurde: So wollten wir auf jeden fall Fische fangen und möglichst viele Gewässer kennen lernen.

Da wir am Samstag ankamen war vorgesehen, dass wir mindestens bis Montag oder Dienstag neue Gewässer ausprobierten und nur für die letzten Tage an den See fahren wollten, wo ich im Frühjahr gefischt hatte. Bei unserer Ankunft fuhren wir dann den ersten markierten See unserer Landkarte an, welches sich später als Reinfall erwies. Wir kamen einfach nicht dran, zuerst fuhren wir einen beschissenen Feldweg, welcher wegen einem Graben noch weit vor dem See aufhörte, später suchten wir im Dorf einen Weg, aber dort waren überall nur Häuser und Zäune und weit unten im Tal lag ein schöner See, es war zum Heulen! Nun gut, Karte raus und ab zum Nächsten. Zeit hatten wir genug, da es erst 8Uhr war und sowieso regnete. Ein paar Minuten später waren wir im nächsten Dorf und suchten den zweiten See, welcher eigentlich genau neben uns liegen müsste, aber wir bekamen ihn nicht mal zu Gesicht. Überall Bauernhöfe und Kuhwiesen, aber keine Wege zum See! Wie ging es wohl weiter? Richtig, wieder Karte raus und neuen See gesucht, zum Glück sind hier ja genug.

Auf der Karte gingen diesmal auch Straßen direkt bis zum See und deshalb konnte eigentlich nichts schief gehen. Auf Anhieb fanden wir eine schöne Stelle, am Anfang des Sees, wo wir sogar direkt am Platz parken konnten.

Ruhe hatten wir eigentlich auch, allerdings dauerte es nicht lange, bis die ersten Einheimischen Angler zu Besuch kamen. Deren Boote lagen an unserer Stelle und so gab es erstmal ein wenig Stress. 

Sie meinten, wir dürften nicht auf ihrem Privatgelände angeln. Doch mit ein paar netten Worten und guten Argumenten wurden die Leute dann auch ruhiger und freundlicher. Wir fischten hier die erste Nacht und verteilten die Ruten in Tiefen zwischen 2,5-11m. Die Nacht verlief ruhig und war arschkalt, aber morgens gegen 5Uhr-Dauerton!!!

Es war Timms Seerosen-Rute auf 2,5m Tiefe, welche den ersten Karpfen brachte. Am nächsten Tag beschlossen wir dann zu moven, also wieder alles packen,ab ins Auto, Karte raus und zum nächsten See. Hier kurz die Lage gecheckt, mit drei Hechtanglern gesprochen und weiter geht’s, da dort die Bedingungen nicht gut waren. Eine halbe Stunde später erreichten wir dann den nächsten See, welcher optisch wunderschön war und laut den Hechtanglern vernünftig tief sein sollte.

Wir fanden auch hier zum Glück ne Stelle, an der wir direkt parken konnten. Eine gute Stunde später war wirklich ALLES komplett aufgebaut!

Dann nahm wieder das Unheil seinen Lauf! Erste Echotour und es stand fest, dass der See nicht tiefer als 2m war, außerdem betrug die Wassertemp. nur 9 Grad. Tja, verlass dich nie auf die Infos anderer Angler! Wir saßen in Timms Zelt und überlegten was wir nun noch machen konnten. Viel Zeit hatten wir nicht mehr, da es schon Mittag war.

Wir mussten uns schnell eine Lösung einfallen lassen- dies war dann die Geburtsstunde vom magischen Boilie-Orakel! Hierbei handelt es sich natürlich nur um ne dumme Idee, aber es war auch  irgendwie cool. Wir überlegten uns drei Möglichkeiten: 1.zum ersten See zurück; 2.hier bleiben; 3.zu einem anderen See, welcher noch in der Nähe lag. Wir nahmen dann drei Boilies, nummerierten diese und legten sie in eine Dose. Die Dose kräftig schütteln und einen heraus fallen lassen…das Orakel sagte zurück zum ersten See!

Naja, weil die Idee so lustig war und man ja nicht Abergläubisch sein will, wiederholten wir diesen Vorgang noch mal…es fiel wieder das gleiche Boilie!!! Ohne weitere Worte packten wir unsere Sachen und waren mal wieder unterwegs. Doch wollten wir wenn dann nicht wieder die alte Stelle fischen, sondern einen anderen Platz. Der See war lang gezogen und hatte die Form eines L , unsere erste Stelle lag am Anfang des L und nun wollten wir etwas mittiger oder am anderen Ende des Sees fischen. Wir kamen in ein Dorf, welches mittig vom See lag und fanden dort einen Schönen Platz, etwas außerhalb, wo wir wieder mit dem Auto ran fahren und parken konnten. Die neue Stelle war auch gute 1,5km vom ersten Platz entfernt und der Wind drückte perfekt auf das gegenüber liegende Ufer.

Also wieder Klotten raus und los gehts. Man bedenke, dass gerade erst der zweite Urlaubstag war und wir schon zum dritten Mal alles aufgebaut hatten und an fünf verschiedenen Seen waren.

Da der erste Fisch so flach gebissen hatte, fischten wir diesmal auch nur noch Tiefen zwischen 2 und 7m. In dieser Nacht fing ich dann  meinen ersten Fisch mit 20Pfd auf 4m Tiefe. Da es am nächsten Tag nur Dauerregen und Sturm gab, beschlossen wir noch ne Nacht zu bleiben. Als es dann Nachmittags aufhörte zu regnen, bekam Timm den nächsten Biss und es folgte ein Carp mit 20Pfd.

Wir waren guter Dinge und hofften, dass bald mal einer der Großen beißen müsste, und kurze Zeit später lief wieder eine von Timms Ruten ab, dieser Fisch hatte leider nur 15Pfd. Die Nacht verging wie im Flug und war komischerweise blank. Da sich am nächsten Tag das Wetter gebessert hatte, machten wir uns wieder auf den Weg, um die letzten Tage am eigentlichen Zielgewässer zu fischen.

Doch bevor wir die letzten 50km Fahrt antraten, ging es erstmal zum einkaufen, da die Vorräte noch mal aufgefüllt werden mussten. Mittags erreichten wir dann den See, von dem wir noch ein paar Dicke erwarteten. Und diesmal ging der Stress wieder von vorne los, so mussten erstmal alle Boote startklar gemacht, das ganze Tackel verstaut und eine Stelle gesucht werden. Leider waren wir nicht alleine und viele gute Plätze waren schon besetzt. Die allgemeine Lage war ebenfalls nicht gut, da schlecht gefangen wurde. So mussten wir mit einer zwar schönen Stelle vorlieb nehmen, allerdings saßen dort in der vorherigen Woche schon Angler, die nur zwei Bisse hatten.

Als wir dann gerade am aufbauen waren, bekamen wir auch noch Besuch…von sieben Pferden!!! Diese verfolgten dann ganz interessiert, was wir dort veranstalteten. Na toll, also erstmal sämtliche Seile, die wir mit hatten, zusammen knoten und unsere Stelle absperren.

Auch an diesem See wurden erstmal sämtliche Tiefen ausprobiert, und wir verteilten unsere Ruten am eigenen Ufer und vor der gegenüber liegenden Insel. Wir fischten am Anfang verschiedene Tiefen zu bestimmten Zeiten, will heißen:

Nachts flacher (von 2-6m) und tagsüber tiefer (von 4-10m) auf Grund des klaren Wassers. Nun war endlich alles fertig und die letzten vier Nächte konnten beginnen. Am darauf folgenden Tag bekam ich Spätnachmittags einen Biss auf meine Uferrute in 6m Tiefe. „Geil, erst eine Nacht hier und schon einen Carp“, ging es mir durch den Kopf. Der erste Fisch brachte dann sogar 29 Pfd auf die Waage. Am Abend gönnten wir uns dann erstmal ein Fläschchen Wein, zum Glück verlief die Nacht auch wieder ruhig, da ich doch ganz gut einen sitzen hatte. Auch am folgenden Tag blieben die Delkims still, aber in der nächsten Nacht wurde die Stille endlich von einem Dauerton durchbrochen. Diesmal war es Timms Inselrute, die den nächsten Fisch, von 23Pfd, brachte. Am nächsten Morgen wurde ich von einem merkwürdigem geplantsche geweckt.

Als ich dann aus dem Zelt guckte, stand da ein Pferd im Wasser, genau zwischen unseren Pods. Schnell in die Wathose und ab zu den Ruten! Mit gutem Zureden und einigen Tricks konnte ich dann den störrischen Gaul wieder auf die Weide locken. Mittlerweile war auch Timm wach und fragte, mit wem ich denn reden würde? Ich erzählte ihm die Geschehnisse und wurde daraufhin als Pferdeflüsterer bezeichnet.

Wo das Spektakel dann endlich vorüber war, wollte ich nur noch ins Zelt zurück, da es über Nacht richtig stürmisch geworden war und ab und zu regnete.

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es erst halb Acht war.

Da es mal wieder arschkalt war und eh noch recht früh, beschloss ich mich noch mal schlafen zu legen, aber plötzlich piepte es bei mir. Erst einmal, dann zweimal, und schon war ich wieder auf dem Weg zum Pod.

Als ich gerade die Ruten erreichte, setzte der Karpfen zum Run an. Rute hoch und Kontakt, yeah! Nach hartem Drill lag der nächste Spiegler auf der Matte, mit wunderschönen 32Pfd. Vormittags hörte es dann auf zu regnen, allerdings meldete der Wetterbericht für den nächsten Tag wieder starke Schauer und heftigen Sturm.

Da wir am nächsten Tag nach Hause mussten, und von unserer Stelle bis zum Auto gute 1,5km zu rudern waren, beschlossen wir wieder mal alles einzupacken und die letzte Nacht dann in der Bucht zu fischen, wo unser Auto stand. Abends hatten wir dann endlich wieder unsere Ruten im Wasser und erwarteten die letzte Nacht des Urlaubs.

Tja, und die Nacht begann so, wie sie aufgehört hat, nämlich mit Brassen! Als dann morgens wieder mal einer von Timms Delkims piepte, dachten wir an den nächsten Schleimscheißer.

Diesmal war der Widerstand jedoch stärker und es lag der nächste Carp im Kescher. Dieser Fisch brachte 28Pfd auf die Waage, jedoch konnten wir keine Bilder machen, denn dummerweise sprang der Fisch im richtigen Moment von der Matte direkt ins Wasser. Ist zwar ärgerlich, aber besser für den Fisch gewesen, denn da am Platz das Ufer sehr Steil war, wollten wir den Fisch lieber

im Wasser versorgen. Dies war, wie man sieht, auch die richtige Entscheidung und andere sollten sich den Leitsatz: Safety first auch mal besser zu Herzen nehmen, dann würden auch nicht immer so schlimme Unfälle passieren.Mittags packten wir bei Sturm und Dauerregen alle Klotten ins Auto und waren wirklich froh, am Tag vorher schon zurück gerudert zu sein. Das war nun unsere Woche im Osten, die trotz der Kälte und des Sauwetters, sowie dem 11Grad kaltem Wasser doch recht erfolgreich und zu unserer Zufriedenheit verlief.

Fabian & Timm

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