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Aufreger der Woche:
Es ist ja nichts Verwerfliches daran, seine Angelei im Internet zu propagieren, nur warum müssen es manche Leute so gnadenlos übertreiben? Da werden Blogs oder auch „Logbücher“ über jeden Angeltag online gestellt, sogar schon keine drei Stunden nach dem das Angeln beendet ist. Es wird alles was gebissen hat gleich abgelichtet und als Trophäe mit eingefügt. Was soll das? Ich frage mich, ob diese Leute sich dermaßen beweisen müssen, was für tolle Angler sie sind? Ist das nicht alles ein bisschen übertrieben? Ob es auch Leute gibt, die jeden Tag gleich morgens den PC anstellen und besagte Seiten besuchen, um in höchster Ekstase zu erfahren, ob ihr grosses Internetidol denn die Nacht wieder erfolgreich war?
Dieses ist ebenso gleich zu setzen, wie die Artikel aus den Fachmagazinen, wo einige Leute anscheinend jede erfolgreiche Session sofort veröffentlichen und sollten mal die Fänge zu schlecht sein, wird einfach irgendein Scheiss geschrieben, Hauptsache man ist in aller Munde und der Rubel rollt! Es schreiben Leute über die Boilieherstellung, welche nur die Fertigknicker ihres Sponsors fischen. Einem anderen Experten sind die Gewichte egal, er will nur Fische mit Charakter fangen und andere wiederum schreiben wohl nur um ihr auferlegtes Bussgeld wegen Fischwilderei bezahlen zu können?! Jeder, der sich schon seit langer Zeit der Karpfenangelei widmet, wird sich fragen, was bloss heutzutage los ist? Auffällig ist, dass gerade die jüngere Generation von Karpfenanglern dauerhaft in den Medien präsent ist. Es werden beim Angeln sämtliche Verbote missachtet, alles was zählt ist, endlich den Grossen zu fangen. Wenn man sie am Wasser trifft, fragt man sich, wie solche Böppen schon so überzeugt von sich selbst sein können?
Diese Leute sollten sich mal ernsthaft fragen, wozu sie eigentlich auf Karpfen angeln? Haben die überhaupt noch Spaß an der Sache oder geht es ihnen einzig um Prestige? Es gibt wohl nur noch ein Ziel und das heißt „Germanys next best Carphunter“ zu sein?
Aufreger des Jahres:
Nun verbrachte ich dieses Jahr einige Zeit beim Kanalangeln im Münsterland. Meine Gewässer dort waren auch Altarme, welche immer durch ihre ruhige Lage und prachtvolle Natürlichkeit reizten. An einem dieser Gewässer hatte ich schon 2007 gefischt und kehrte in diesem Jahr wieder dort hin zurück. Ich wurde im Vorfeld schon von befreundeten Stammanglern gewarnt aber was ich dort vorfand, war erschreckend- es wurden alle Bäume und Sträucher am Ufer gefällt, die Wege beidseitig, welche früher aus normaler Erde bestanden, wurden neu angelegt und mit grobem Schotter (Schiefergestein) befestigt. Was das alles soll, weiss wohl kein Mensch, anscheinend hatte das Wasserschifffahrtsamt Rheine wohl zu viel Geld über (so zumindest die Meinung einiger Anwohner und Spaziergänger)?
Die Sache ist nun so, dass dieser Schotter so grob und Spitz ist, das man selber beim Gehen die Spitzen durch die Schuhe spürt, Hunde können nur noch am schmalen bewachsenen Randstreifen laufen und die Radfahrer werden so durch geschüttelt, dass sie nur im Schritttempo fahren können! Wer hat also den Nutzen von diesen Massnahmen gehabt, die Besucher des Kanals oder das WSA, welche nun jeden Tag mit ihren Autos den Kanal hoch und runter fahren können? Ein neues Gerücht verbreitet noch dazu Angst und Schrecken, soll doch ein Investor dort bald eine Hochwasser- Teststrecke bauen, dazu soll der Altarm verspundet und begradigt werden. Ein Wellensimulator soll dann grosse Fluten inszenieren. Ich hoffe es wird nicht dazu kommen, denn dann würde wieder ein besonderes Stück Natur zerstört werden! Die Kanal- Altarme sind ganz besondere Habitate, mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Solche Lebensräume gilt es um alles Erdenkliche zu schützen, hoffentlich ist das den Politikern aus Münster klar, nicht das diese wieder nur das Geld vor ihren Augen sehen!
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