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Ollis Twente Rückblick

         Faszination Twente Kanal

Seit nun mehr als 10 Jahre aktiven Karpfenangelns, möchte ich den viel beschriebenen Twente-Kanal etwas genauer durchleuchten und von Höhen und Tiefen berichten.

Sicherlich ist der Twente seit den 70 ern einer der meist frequentierten Kanäle Europas. Die Angelstrecke von Lochem/Goor bis Enschede, einschließlich dem Warmwassereinlauf  an der Akzo gehörte zu meinen Schul- und Lehrjahren am Twente. Wunderschöne Stellen mit kleinen Häfen, Stichseen ja sogar Wasserfällen prägen den Twente und jeder interessierte Karpfenangler sollte sich die Zeit nehmen, fern ab vom Warmwassereinlauf  sogenannte Hotspots zu lokalisieren. Der Erfolg wird sich einstellen, denn manchmal ist das Motto am Twente-Kanal ganz einfach “anders fischen als die anderen“.

Köder: Wir verwenden Boilies, Mais, Teig, Rosinen, aufgepoppte Meerschweinchen, Tigernüsse und Hanf. Einfache Festbleimontagen reichen in der Regel aus, jedoch sind Eigenbaumontagen wie Steinabriss vorteilhaft, denn die vielen Schiffe vermiesen einem manchmal den langersehnten Biß, da die mitgebrachten Bleie am Grund des Twente festhängen. Absenken bei beladenen Schiffen zwecklos. Ein Boot und ein Echolot sind auf jeden Fall nötig, da punktgenaues Füttern und anbieten gefragt ist. Wer nun glaubt das einem die Karpfen nur so an den Haken springen, der irrt.

Natürlich haben Ulli, Big und ich schon Sessions gehabt, wo wir in 3 Tagen an die 40 Runs hatten und auch 90% der Fische landen konnten, jedoch ist der Twente genauso heimtückisch wie z.B.der Lac de St.Cassien  in Süd-Frankreich. Von Null auf gleich beißt am besten Spot nichts mehr und genauso schnell geht’s dann auch wieder los. Zu den Details, schöne Stellen sind zwischen Almelo und Delden, dort finden wir ausgespülte Stellen in unmittelbarer Nähe der Fahrrinne, diese Spots genannt das Herz der Verbindungskanäle (Almelo/Twente) produzierten schon etliche gute Karpfen (Glückwunsch Big zu Deinem ersten Twente-Dreißiger) die Bilder folgen.

Eine weitere fantastische Strecke ist bei dem Campingplatz in Lochem. Dort konnten wir im Mai das Ablaichen der Karpfen beobachten.Vorgezogene Spundwände und eine Verkettung von Holzpfählen bieten im flacher werdenden Wasser, den Karpfen ideale Laichplätze.

Dort fischen wir sehr nah an der Spundwand, ein Versuch mit aufgepoppten Partikeln lohnt sich. Dort kann man auch Montagen über der Wasseroberfäche mit Klickmontage an der Spundwand verwenden, zu diesen Eigenbaumontagen wird es einen eigenen Bericht geben.

Not macht erfinderisch. Nicht vergessen darf man den Warmwassereinlauf bei Hengelo-Süd. Mit wilden Übersetzmethoden versuchten wir uns natürlich bestmöglich zu platzieren, um die heissen Spots an der Spundwand, Stein und Ölhafen zu befischen. Gerade in den Monaten November-März ist dies sicherlich der erfolgsversprechendste Platz.

Die Fischdichte hier ist enorm , die kleineren Karpfen bis 14 Pfund bilden hier ca.70% aller Karpfen, diese Fische sind nach unseren Erfahrungen standorttreu. Das beweist das mehrmalige Fangen bestimmter Einzelfische. Auch das Befischen der 2`ten Kante macht durchaus Sinn, dies bewies mir ein Mosella-Team 1999, die in 1 Woche an die 60 Karpfen fingen mit Stückgewichten bis  28 Pfd. Respekt dafür!

Noch ein paar Tipps, fischen Sie ruhig mal dort, wo kein Druck ist. Auch solche Stellen gibt es am Twente. Kleine Haken, monofile Schnur und Flavour, die nicht überfall zu finden sind bringen oft den gewünschten Erfolg.

Füttern Sie bei einer längeren Session eine zweite Stelle, die Sie erst nach 3-4 Tagen aktiv befischen, kommen Sie auf alte Rezepte zurück. Was macht eigentlich unsere gute alte Kartoffel.

Der Twente hat uns jahrelang in seinen Bann gezogen und ich kann dieses Gewässer nur empfehlen, denn seine Vielfalt an makellosen Schuppen, Zeil- und Spiegelkarpfen lässt uns jedes Mal erstaunen.

Das wichtigste jedoch ist meines Erachtens der Teamgeist und ein kollektives Miteinander. Den Ehrgeiz einen Personal-Best zu fangen hat jeder von uns intus, Neid untereinander kennen wir nicht. An dieser Stelle ein kleines Dankeschön an meine Freunde Ulli, Big, Sebastian und Dany für wunderschöne Trips nach Frankreich, Holland, Luxemburg, Dänemark und Deutschland.

Auf weitere glückliche und erfolgreiche Jahre!

Oliver Mimmler

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