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Was ist also nun passiert? War er da? Keine Frage! Ich hätte die Rute in Deutschland nicht wieder rausgebracht für eine halbe Stunde. Was habe ich hier also gemacht? Es war Glück, dass ich es getan habe! Es war Glück, dass ich am Abend vorher die Rute auf eine andere Tiefe gelegt habe. Er war da, der Faktor Glück! Und wohl auch noch als wir dann übergesetzt haben nach dem ganzen Bier….es ist nämlich nichts passiert. Wieso eigentlich übergesetzt? Wieso hat man den Platz verlassen? Na ja, ganz einfach! Es war so geplant! Unabhängig davon, ob wir fangen oder nicht. Außerdem war es nur meine Stelle, die scheinbar bis jetzt die Fische anzog, jedoch waren wir zu zweit. Man hätte auch die Ruten anders stellen können, damit sie gemischt liegen aber man kann ja auch einfach eine neue Stelle nehmen. Die neue Stelle war dann der Kühlschrank.
Wir saßen ganz alleine auf der Seite und hatten mehr Platz als genug um unsere Ruten zu verteilen. Die Fische sprangen hier, was nicht schlecht sein sollte. Es waren keine großen aber es waren Karpfen. Wo sie sprangen war es jedoch gut 20-26 Meter tief, was ja nicht heißen sollte, dass man sie dort nicht fangen kann. Konnte man aber nicht! Leider liefen sie auch nicht flach und zudem saßen am nächsten Morgen links von uns 3 weitere Leute. Mehr oder weniger einvernehmlich wechselten wir dann erneut die Stelle und fuhren ganz nach oben in den Nordarm zum Einlauf. Ich glaube richtig in der Annahme zu sein, dass uns beiden die Stelle von allen am wenigsten zusagte. Nach einer Nacht ohne jeglichen Pieper fanden wir morgens dann ein nettes Bild vor. David vertraute auf seine Marker die er überall verteilte, was auch anderen signalisieren könnte, dass dort bereits Leute fischen. Egal! Vier Boote standen in der Bucht, die allerhöchstens 30 Meter breit ist. Was ist denn hier los? Spinner! Sowohl persönlich als auch angeltechnisch. Sie waren dort am Spinnfischen, dort wo es ohnehin schon eng gewesen ist fanden noch vier Boote Platz zum Spinnfischen. Sie parkten fast direkt an den Markern, was zwar meiner Belustigung diente, David aber recht schnell auf die Palme brachte. Es sollten leider zwei Nächte ohne Erfolg bleiben.
Inzwischen konnten die Tschechen gute Fische verhaften und der italienische Nachbar hatte einen schönen Fisch nahe der 25 Kilo fangen können. Dennoch war auch hier nach den zwei Nächten für uns Schluss. Als wir gekommen waren, saß der See ziemlich voll (unserer Ansicht nach). Mittlerweile waren sehr viele Leute nach Hause gefahren oder in den Nordarm gekommen. Ein Schweizer erzählte uns, dass der Westarm fast leer sein sollte. Er selber hatte dort 10 Nächte ohne Fisch gesessen, bevor er dann von Matilde in den Nordarm wanderte. Na ja, klingt nicht überzeugend, wenn man nach dieser Zeit noch immer blank ist und die anderen auch bereits aufgegeben haben. Uns blieben noch 2 Nächte und David war leider immer noch ohne Fisch. Mehr oder weniger hatte er sich schon darauf eingestellt ohne einen Fisch nach Hause zu fahren. Also guckten wir uns den Westarm erstmalig an. Wie verlassen, einer Geisterstadt ähnlich. Kannte ich diesen Arm ausschließlich voll und Zelt an Zelt. Matilde, Kevin Ellis, Ruderschule, alles frei! Lediglich ganz am Ende standen 2 Zelte. Ok, super. Man war fast alleine und es waren eh nur noch 2 Nächte.
Wir wählten den Brix-Platz. Der Wasserstand war kontinuierlich steigend und das Wetter auch nicht mehr vergleichbar mit der Ankunft. Es stürmte und wurde deutlich kälter. Davids Ziel war es einen Fisch zu fangen, ob Wels oder Karpfen, war für ihn mittlerweile uninteressant und somit legten wir eine Welsrute zu seinen Fallen aus. In der Dämmerung kam dann ein Biss auf den tapferen Köderfisch. Der Anschlag ging ins Leere. Hatte David sein Glück bereits in der laufenden Saison verbraucht? Der Fisch hatte deutliche Spuren und der Haken hatte eindeutig nicht richtig gepackt. Die Laune ziemlich im Keller traten wir die letzte Nacht an. Um spätestens 10 Uhr wollten wir einpacken, damit wir die Abfahrt um spätestens 14 Uhr beginnen konnten. Mitten in der Nacht rief dann eine liebliche Stimme meinen Namen, ähnlich wie man sich es bei Piratenfilmen vorstellen kann! „Ich habe einen, ich habe einen, mach los da“! Was hast du? Was ist los da? „Komm komm sieh zu“. Die ganze Zeit passiert nichts und dann meint er mich in der letzten Nacht aus meinen Träumen zu reißen? Man, man, man, unverbesserlich! So durfte auch David noch das Gefühl dieser Kampfkünstler erleben und legte noch einen Schuppmann in die Maschen. Sollte es doch für die Nacht das letzte Mal sein, dass wir beim Schlafen gestört wurden. Am nächsten Morgen sollte es direkt nach dem Frühstücken zum Einpacken übergehen.
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