news   germany   france   europe   team   Schalke04   events   links   Impressum

“Hart am Limit”

Karpfenangeln in Mecklenburg Vorpommern.

Es war Sonntagnacht um 4 Uhr, als sich zwei voll beladene Passat auf einem Rastplatz an der A2 trafen. Diesmal war mein Bielefelder Kollege Thomas mit von der Partie. Ziel sollte wieder einmal das schöne Mecklenburg sein, diesmal mitten im Hochsommer- obwohl sich das Wetter mehr nach Herbst anfühlte! Mit knapp 100kg Mais, 50kg Boilies und 30kg Pellets traten wir dann gemeinsam die 350km lange Fahrt gen Osten an, um hoffentlich eine erfolgreiche Woche Karpfenangeln zu erleben. Kurz vor dem Ziel dann der erste Höhepunkt- klack machts- und das Foto war im Kasten, aber zum Glück war ich nicht ganz so schnell!

Morgens um 9 Uhr war es dann endlich soweit, er lag vor uns, in seiner vollen Pracht: 3700ha Wasserfläche bei einer Länge von 15km. Ein wunderschöner, riesiger See, doch nun fing die Arbeit erst an, denn zuerst mussten wir erst einmal eine schöne Angelstelle finden. Wir wanderten an verschiedenen Orten den Wanderweg am See entlang und begutachteten viele interessante Plätze, tranken einen Kaffee in einem Bistro am See, fuhren weiter zum nächsten Ort, hier wieder ein Spaziergang am Ufer entlang und danach gab es Mittagessen in einer Pommesbude.

Mittlerweile war der Tag schon halb rum, aber wir hatten ein Gebiet entdeckt, welches abseits des Wanderweges lag, deshalb wurde nun ein Boot startklar gemacht, um vom Wasser aus einen besseren Überblick zu haben. Am Nachmittag war es dann soweit, die lange Suche hatte sich ausgezahlt, die Stelle war ruhig gelegen, nicht zu Fuß zu erreichen und war wunderschön mit Schilf rundum bewachsen. Außerdem drückte der Wind mit voller Kraft in unseren Seeteil, einfach perfekt.

Also schnell zurück zu den Autos, dass zweite Boot fertig gemacht und das ganze Tackle verstaut, und zurück zum Platz.

Gegen Abend waren wir mit dem Aufbauen fertig und machten eine erste Echo-Tour.

Erstaunt mussten wir jedoch feststellen, dass der See recht flach verlief. Wir hatten drei richtige Kanten vor unserem Platz, die Erste verlief in ca. 150m Entfernung vom Ufer und fiel von 1,8 auf 2,5m ab, die Zweite fanden wir in ca.350m und diese ging von 3,8 auf 4,5m Tiefe runter, und die letzte Kante hatte knapp 6m Tiefe, lag allerdings in über 400m Distanz vom Ufer.
Da es langsam dunkel wurde und das Ruten ausbringen, auf diese Entfernung, nicht mehr viel Sinn machte, beschlossen wir die erste Nacht nicht zu angeln. Außerdem fehlte uns ja auch schon eine Nacht mit Schlaf, deshalb gab es dann auch nur noch Abendbrot und danach ging es in die Zelte.

Nach einer erholsamen Nacht begangen wir am nächsten Tag damit, die Marker zu setzen und unsere Ruten abzulegen. Gegen Nachmittag dann die erste Aktion bei mir, ein Spinnangler war so sehr von meinem Marker fasziniert, dass er erst einmal seinen Blinker dort durchziehen musste. Was für ein Start, zum Glück hat sich der Vogel sofort verpisst. Gegen Abend stellte sich dann auch endlich Ruhe ein, da tagsüber doch ein reger Bootsverkehr herrschte. Mitten in der Nacht riss uns dann mein Delkim aus den Träumen, den Anfang machte ein 18Pfünder und für Thomas folgten noch zwei Zwanziger in dieser Nacht. Kein schlechter Start für die erste Nacht und bei der Wasserfläche! Vormittags, als wir die Ruten wieder neu machen wollten, mussten wir feststellen, dass unsere Marker weg waren.

Komisch, also neue startklar gemacht und raus mit den Ködern! Über Tag gab es keine Aktionen und so fieberten wir der nächsten Nacht entgegen. Diese verlief wieder gut, und so konnten wir am nächsten Morgen mehrere Karpfen in die Kamera halten, wobei sogar einer die 30pfd- Marke knackte. Später, als wir wieder mit den Ruten raus wollten, fehlten schon wieder alle Marker!

So langsam wurden wir richtig sauer, wir konnten sogar zwei Leute beim Markerklau beobachten, waren nur leider nicht schnell genug mit dem Boot draußen. Was für arme Penner das doch waren, vielleicht haben sie ja kein Geld für Bleie, aber es musste schnell eine Lösung her. Gesagt, getan, wir besorgten uns aus dem Sumpf hinter unserem Platz ca. 70-100cm lange Äste, welche wir als Marker nehmen konnten. Dieser Plan klappte, doch waren die Äste so unauffällig, dass sogar wir Probleme hatten, diese wieder zu finden, erschwerend kam noch hinzu, dass immer guter Wind herrschte und die Wellen tagsüber manchmal einen halben Meter hoch waren, was die Suche nur umso problematischer gestaltete.
Aber Hauptsache war doch, dass es läuft und so vergingen die Tage wie im Flug.

Jede Nacht fingen wir Fische, teilweise kam abends schon der erste Biss, nachts rappelte es dann richtig und vormittags war dann wieder Ruhe. Tagsüber ging gar nichts, weshalb wir vermuteten, dass dieses mit dem Bootsverkehr zu tun haben muss, da der Motorenlärm die Fische eventuell beim fressen stören könnte.

Zum Glück hatten wir die meiste Zeit schlechtes Wetter, was viele Bootsidioten an ihren Liegeplätzen hielt. So verging ein Tag wie der andere, tagsüber nutzten wir die Zeit zum relaxen, Mais kochen und bereiteten alles für den Abend vor. Gefüttert haben wir, neben einer großen Menge Mais, auch ca.3kg Boilies pro Rute, welche aus 22mm Futterboilies und 35-50mm Hakenködern bestanden. (Natürlich self-made Baits!)


Das die Hakenköder so groß waren hatte mit dem enormen Brassenbestand zu tun, und ich würde jedem, der einen Trip in den Osten plant, empfehlen große Boilies mit zu nehmen.
Mittlerweile brach der letzte Abend an, und wir hatten wieder einmal die Ruten raus geschleppt und das restliche Futter abgekippt. Da der Abend so schön war, saßen wir noch vor den Zelten und hielten
den abendlichen Smalltalk, als gegen halb Zehn plötzlich eine Rute ablief.

Thomas war diesmal dran und wir sprangen ins Boot und preschten durch die Wellen, immer dem Fisch entgegen. Nach kurzer Zeit waren die 350m zum Spot zurück gelegt und der Fisch lag im Boot. Plötzlich knallte es und der Himmel wurde hell. Im Dorf auf der anderen Seeseite wurde ein Feuerwerk abgefeuert und wir waren gerade mitten auf dem See und konnten diesen wunderschönen Anblick genießen.

Schade, dass der Fotoapparat an Land lag, so konnten wir leider nicht diesen tollen Augenblick für die Ewigkeit festhalten. Nach ein paar Minuten war das Feuerwerk dann auch schon abgebrannt und wir machten uns wieder auf den Rückweg zum Camp, als ich noch zum Spaß meinte, dass dieses Feuerwerk ein Zeichen sein muss und bestimmt das große Finale einläuten würde. Kaum wieder an Land, legten wir uns dann auch in die Zelte und schliefen rasch ein. Lange dauerte es auch nicht, denn schon um Mitternacht riss uns mein Pieper wieder aus den Träumen. Das war der Startschuss, denn nachdem wir kurze Zeit später wieder zurück waren und der Karpfen gerade gesackt war, lief schon die nächste Rute ab. So ging es dann auch Schlag auf Schlag, kaum an Land und wieder lief der Nächste ab. Jedes mal fuhren wir mit dem Boot zum Fisch, es stürmte, die Gischt spritzte über unsere Köpfe und wir waren ruck zuck patschnass.

In der Zeit zwischen Mitternacht und halb Vier fingen wir insgesamt fünf Karpfen und waren mittlerweile total erschöpft. Doch das Unglück sollte noch kommen, denn beim letzten Fisch war ich wieder dran und als der Fisch im Boot lag und ich ihn abgehakt hatte, fiel mir noch ein weiterer abgerissener Haken im Maul auf. .

Als ich diesen dann gerade lösen wollte, schlug der Fisch plötzlich und ich spürte ein stechen im Finger! Jawohl, der Haken hing voll in meinem Zeigefinger- was für Schmerzen!

An Land zurück legte ich mich erstmal zu einer kleinen Not- OP auf meine Liege und zum Glück hatte ich irgendwann das Ding draußen. Mittlerweile waren wir hundemüde, durchgefroren und die Klamotten klatschnass, bei mir dann noch die Schmerzen und ich konnte kaum noch den Finger bewegen, weshalb wir beschlossen die Ruten raus zu holen und somit das Angeln zu beenden.

Als ich dann endlich gegen fünf Uhr morgens im warmen Schlafsack lag, ging es mir schon wieder besser. Obwohl es auch schon langsam hell wurde, fielen mir sofort die Augen zu. Vormittags erwachten wir dann wieder und nun stand noch eine letzte Film- und Fotosession an, da noch ein paar gefüllte Säcke im Wasser warteten.

Danach folgte dann der Abbau vom ganzen Gerödel und gegen Nachmittag kamen wir endlich bei den Autos an, bis wir dann eine Stunde später den Heimweg antreten konnten Das Endergebnis sah nach fünf Nächten wie folgt aus: Bei 18 Läufen konnten wir 16 Karpfen landen, wobei jeder von uns 8 Stück fing.

Die Gewichte lagen zwischen 16 und 38 Pfund, außerdem hatte jeder zwei Fische über 30Pfd landen können, also mehr als ausgeglichen und mit diesem Ergebnis konnte man mehr als zufrieden sein.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch & eine erfolgreiche Saison 2006!

Fabi ob de Skade.de

news | germany | france | europe | team | Schalke04 | events | links | Impressum