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 2009/ 10 Überwinterungstaktik oder den Winter verschlafen?

Gäääähn, was für ein Wetter?! Schnee, Schneechaos, Schneematsch, es ist Winter und wir sind ihn mehr als leid! Er möge endlich gehen und dem Frühling weichen! Auf dass die Gewässer von ihrem ewigen Eis erlöst werden und ihre Schätze wieder freigeben.

Nur halb so lang empfindet man den Winter mit seinen grausamen Monaten der Finsternis, wenn man einige Tage einfach mal etwas Sonne schnappt. Es bieten sich etliche Domizile an, an denen die Sonne einfach ewig zu strahlen scheint und somit etwas Balsam für die winterramponierte Seele hergibt. Nun beginnen alsbald auch wieder die heidnischen Bräuche der Winteraustreibung und spätestens dann, sind es nur noch wenige Tage bis das die Mächte der wechselnden Jahreszeiten mit den ersten zarten Frühlingsgefühlen ihren alljährlich wiederkehrenden Zyklus von Wachstum & Zerfall einleiten!

So nutzten wir die Zeit zwischen Weihnachten & Silvester und fuhren einfach mal los, entflohen dem Winter aus seinen bitterkalten Klauen und drillten uns tatsächlich ins Neue Jahr!

Man mag es kaum glauben und doch ist es tatsächlich so, dass die Anfahrt, wie schon 1238 mal zuvor beschrieben wirklich anstrengend war?

Ist man jedoch erstmal über dem Berg, in unserem Fall über den Pyrenäen, ist es nicht mehr allzu weit und die Vorfreude auf piepende Pieper, krümmende krumme Ruten und  springende Karpfen überstrahlt den Überschuss an Einfältigkeit, nicht nur des Winters.

Ein Phänomen, welches tief in den Wurzeln verankert ist, nicht nur in der spärlichen Vegetation des Rio Ebro. So liessen die ersten Karpfenfische auch nicht lange auf sich warten. Genossen wir tagsüber den Blick auf das gemächliche Wasser mit teilweise viertelstündlichem Springen der Karpfen, schweiften wir mit Untergang der Sonne ab, teilweise auch in eine andere Welt.

Natürlich geben wir gerne zu, dass diese nicht immer die unsrige war/ ist, jedoch wird einem im schwachen Scheinwerferlicht des parkenden Autos schnell klar, Vergang, es ist vergänglich. Gestern war heute noch morgen und die Ewigkeit ist ein Augenblick des Jetzt und das Jetzt ist nach diesem einen Augenblick auch schon wieder Vergangenheit!

Nur langsam erhebt sich die Dunstglocke und die Nebelschwaden bleiben zwischen den Bergen hängen, ein unüberwindbares Hindernis?

Es dämmerte, auch in unseren Hirnen, denn schliesslich waren die roten Hinweisschilder mit Warnung vor diesen kleinen eckligen Blutsaugern nicht zu übersehen. Navegantes,  überall Navegantes, wohin man auch schaut, hat die Ursachenforschung der Domestologie versagt?

Damit es nicht zum Totalausfall kommt und weitere Synapsen unwiderruflich vernichtet wurden, genossen wir einfach die Mittagssonne und ebenso einen weiteren schönen Tag.

Und doch wurden wir im Anblick der Navegantes den Eindruck nicht los, die Südtribüne ist nicht allzu fern?!

Und ewig das gleiche Spiel, die gleiche Prozedur und doch ist es immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art.

Es ist diese spannende Zeit vor dem nächsten Run, den nächsten Fisch. Und gerade diese Schwerelosigkeit ist die Zukunft des Augenblickes, der auch nun bereits wieder der Vergangenheit gehört.

Es ist ein Zustand, in dem die Schwerkraft nicht wirkt, sie ist ausser Kraft gesetzt und deren Auswirkung ist im Hier und Jetzt nicht zu spüren. Und obwohl die Reichweite unendlich ist, gibt es keinen Punkt im Universum, an dem sie nicht wirkt.

Einzig die Mondphasen scheinen Einfluss zu haben und so hatten wir schon den Eindruck, es sei eine Barbe, die da in den Körper geschlüpft und die äusserliche Gestalt eines Karpfens angenommen zu haben schien? War es Missbrauch?

Oder wirklich Torheit, als alleiniger Grund für verantwortungsloses Handeln, wenn man meint, man könne in diesen üppigen Unterwasserwäldern vom Ufer Karpfen drillen?

Ein wirklich bezaubernder Schuppenkarpfen mit unglaublichen 8 kg Gewicht zeigt uns sein schönes Schuppenkleid - von beiden Seiten.

So verflogen 7 Tage Angeln wie im NU und wir sitzen längst wieder am heimischen Herd und freuen uns unseres Lebens und blicken völlig erstaunt nach...

...Indien!

Einem Staat in Südasien, der den grössten Teil des indischen Subkontinents umfasst. Und in dieser indischen Bundesrepublik entdecken wir Sven Brux, den Sicherheitsbeauftragten und Organisationsleiter des sympathischen FC St. Pauli!

Ja, was macht der denn da, in Indien? Er sucht ein Abenteuer & Entspannung, schliesslich stehen die Zeichen am Millerntor auf Aufstieg in die 1. Bundesliga! Also voraussichtlich stressige Tage in der Rückrunde, jedoch von Euphorie geprägt und somit wahrscheinlich positiver Stress?

Fussball mit Bratwurst & Bier, ganz nach unserem Geschmack und somit drücken wir dem FC St. Pauli natürlich die Daumen.

Der indische Mahseer ist ein naher Verwandter der europäischen Flussbarbe und für seine Kampfkraft bekannt.

Übrigens treibt Sven Brux  recht engagiert, ehrenamtlich die Umstrukturierung des DKAC voran.

Wie es Sven auf der Jagd nach den indischen Mahseer ergangen ist, schildert er alsbald in einem Artikel einer Angelzeitung - wir sind gespannt!


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