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2006 Angeln in Spanien - Krumme Ruten & drillen bis die Arme schmerzen

Welcher Hunter kennt das nicht?

Einen Wunsch hatte ich noch frei, er war das Ziel für die Zukunft. Ist es uns im vergangen Jahr 2 mal knapp verwehrt geblieben, so ist es uns diesmal am Rio Ebro gelungen: Das Sprengen der 100 kg Marke!

Mit vollem Enthusiasmus und einer 150 kg Waage im Gepäck, bekamen unsere Ambitionen, nach Ankunft in Spanien aber erstmal einen gehörigen Dämpfer. Der Wasserstand schwankte extrem und teilweise führten die Flüsse rund ein Drittel weniger Wasser.

Extremes Niedrigwasser, wohin führt der Weg zum Fisch? Rechts oder links? Auch diesmal entschieden wir uns für die richtige Seite! El Siluro, Catfish, Waller, Wels, Yayin baligi, Sumec oder wie auch immer, wir werden ihn finden!

Wartungsarbeiten an den spanischen Turbinen bescherten uns ein Wechselbad vom Feinsten. Auch hier verwechselt der unversierte Hunter gerne Niedrigwasser mit einem zentrierten Fischbestand, das jedoch ist, an einem Fliessgewässer ein absoluter Trugschluss!

So machten wir uns mehrere Tage auf die Suche, um eine geeignete Stelle zu finden. Stelle Nr. 1 brachte uns direkt zum Fisch. Überall sprangen Karpfen, doch war es fast unmöglich, die Fische zu landen. So wechselten wir die Stelle, da es aus unseren Augen unverantwortlich ist, mehr als 50 % der gehakten Karpfen zu verlieren.

In dieser Unterwasser Dschungellandschaft fühlen sich die Rio Ebro Karpfen sicher und zeigen sich vergnügt springend. Leider nicht ganz einfach, die Fische auch zu landen.

Stelle Nr. 2 war optisch traumhaft, doch leider brachte sie auch nach 2 Nächten keinen Fisch. 

Etwas frustriert durch die täglichen Schwankungen des Wasserpegels probierten wir Stelle Nr. 3. Wir waren guter Dinge, doch leider blieben die Pegel nicht konstant, das wechselhafte Verhalten wirkte sich nicht gerade positiv auf das Beissverhalten der Fische aus.

Doch neben einigen kleineren Karpfen konnten wir nun auch endlich die ersten Welse fangen.

Unsere Ambitionen bekamen in Woche 1 einen gehörigen Dämpfer. Tagsüber gerieten wir in “Chill-Phasen”, die nicht enden wollten...

Hoffnung auf Aktionen beschränkte sich lediglich auf die Stunden zwischen 20 bis 24 Uhr. Nicht wirklich befriedigend, vor allem wenn morgens das Wasser schon wieder 1,5 Meter gefallen war.

Sonnenuntergang am Rio Ebro

Einige schöne spanische Waller landeten bereits auf unserer Matte, doch der Knaller sollte noch kommen. 04.April 23.30 Uhr, 30 Minuten dürfen wir noch.

Die meisten Hunter haben ihr Tackle bereits eingepackt, glücklicherweise wir noch nicht. Ab 24 Uhr ist Angeln verboten und wird auch strengstens kontrolliert. Der Abend verlief ruhig, ohne besondere Vorkommnisse. Noch schnell zu Martin und ein letztes Zigarettchen rauchen. Piep piep, drop back, wie fast alle Wallerbisse bei diesem Trip. Warum sollte ein Wels auch fliehen, vor allem wovor?

Schnell an die Rute, Swinger unten, eindrehen, Anschlag- sitzt! Nach 45 Minuten hat Martin ihn sicher im Wallergriff. Im Schein der Kopflampe erkennen wir einen mächtigen Fischkörper. Alle Fische, die wir des Nachts fangen, leinen wir erstmal an. Der Fisch legt sich auf den Grund und beruhigt sich von dem kräftezehrenden Drill. Leider verliert er dadurch auch ca. 4-5 kg Gewicht. Wir nehmen das in Kauf, wollen wir dem Fisch das ganze Prozedere doch nur einmal zumuten.

Natürlich sind wir dann Morgens sehr gespannt, was uns denn jetzt erwartet. Martin bittet einen der Bamberger Welsangler aus der Nachbarschaft, uns beim Herausholen und Wiegen des Fisches zu helfen und mit der Kamera zu begleiten. An dieser Stelle schon einmal einen schönen Dank an Stefan Reissenweber für das gute Filmen! Wir jonglieren den Fisch in die Waller Kalle Abhakmatte. Ein Riesenteil, von 230 x 210 cm, welches wir für den schonenden Umgang mit Grosswallern nicht mehr missen möchten. Wir haben den Fisch in der Matte, Reissverschlüsse zu, Wasser ablaufen lassen und nun “nur” noch hochtragen. Puh, Schwerstarbeit!

Stefan filmt, schnell die 1,80 m Wiegestange zur Hand, 100 kg Waymaster einfädeln und hoch damit. Ganz humorlos geht der Zeiger der Waage einmal um die eigene Achse, reicht nicht, die Waage reicht nicht aus, um den Wels zu wiegen. Die 150 er, ich habe sie extra vor Beginn der Reise gekauft, vorsichtshalber, damit wir in der Lage sind, einen solchen Fisch zu wiegen. 150 kg Waage von Sänger, Grossfischwaage genannt. Wir kommen zu Anlauf Nr. 2. Stefan filmt und wir versuchen mit der Stange, die sich mächtig krümmte, den Wiegesack vom Boden zu bekommen. 111 kg. Mein Gehirn funktioniert, 9,3 kg für die Matte abgezogen, ist es vollbracht: Es schwankte, wir einigen uns auf 101,5 kg. Wir haben sie gesprengt, die 100 kg Marke und damit ist auch der 2. Wunsch des letzten Jahres, das Ziel für die Zukunft, in Erfüllung gegangen!

Nun aber schnell, sollte unserem Wels doch nicht das gleiche Schicksal ereilen, wie seinerzeit dem 1. spanischen Karpfen über 25 kg.

Stefan schiesst einige Bilder von Martin, mir und dem Fisch. Fliegender Wechsel, Martin hielt alles in Bild & Ton fest, bevor wir den Wels in sein trübes Reich zurücksetzten.

Es hatte gepasst! Wieder einmal hatten Martin & ich einen Coup professionell durchgezogen. Mein besonderer Dank gilt ihm, der in allen Situationen ein zuverlässiger Angelpartner war, jemand auf den man sich 104 % verlassen kann.

Natürlich blieb es wieder an mir hängen: Matte schrubben....                 anschliessend aber: Hoch die Tassen!

Ohne Worte:  Englishe Pay - Hunter

Bajuwarische Cat-Hunter! Wer hätte das gedacht? Waren wir wir doch stets der Meinung, in Bayern konzentriert man sich auf den Fussball?! Ein Trugschluss, wie wir zugeben müssen. Glückwunsch den 3 erfolgreichen zu den schönen Wallern! Wir freuen uns schon auf die nächste Flasche Rotwein oder gibt es für den 20. Meistertitel Schampus?

Raoul - Peter - Christian

Peter - Christian -  Raoul


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