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Wallerangeln am Ebro in Spanien

Der Frühling im Jahr 2000 hatte in Deutschland bereits begonnen und für mich stand nicht nur Ostern vor der Tür: Nach bisherigem Angeln auf Karpfen und Zander wollte ich nun etwas Neues ausprobieren, das Wallerangeln.

März/April ist die beste Zeit, auf Wels zu angeln, da dieser nach den kalten Wintermonaten wieder einen stärkeren Jagdtrieb auslebt.

Zu viert hatten wir vor einiger Zeit unsere Tour nach Spanien an den Ebro gebucht, genauer gesagt, an den oberen Stausee bei Caspe.

Nach ca. 20-stündiger Autofahrt erreichten wir unser Ziel. Wir ließen uns vom weiteren Ablauf überraschen, der aber vor Ort bestens organisiert war.

Uns wurden zwei Boote zugeteilt und wir vier bekamen einen Guide, der uns das für uns noch unbekannte Gewässer zeigen sollte.

Die ersten Tage verbrachten wir ausschließlich – jeweils zu zweit – im Boot. Es herrschten dort bereits angenehme Temperaturen, so um die 25°.

Zum ersten Mal sollte ich hier ein Wallerholz zum Einsatz bringen, ich war gespannt. Diese Methode zeigte jedoch leider keine Wirkung und erwies sich als längst überholt.

Man konnte keinen Wels dazu zwingen, die Köder zu fressen. Das ist am Ebro auch nicht verwunderlich: Dort ist der Angel-Tourismus schon sehr stark ausgeprägt und nahezu jeder zweite Welsangler versucht sein Glück mit dem Wallerholz.

So kamen wir schnell zum Bojen-Fischen, was wesentlich erfolgreicher werden sollte. Die ersten Köder hierfür kauften wir noch bei unserem Guide. Wir setzten die Bojen ca. 100 m vom Ufer

am alten Flussbett des ursprünglichen Flusses und spannten unsere Ruten ab.

Als Rutenständer nahmen wir Highpods, damit die Schnur aus dem Wasser ragt. Lange mussten wir nicht warten.

Nach ca. einer Stunde erfolgte der erste Biss! Jeder fängt mal klein an, und so freute ich mich über meinen ersten Waller von ca. 1,30 m.

Am nächsten Tag schlugen wir an einer Flußbiegung endlich unsere Zelte auf, denn die erste Nacht verbrachten wir noch in einer Pension. Da der Ebro eine reichhaltige Vielfalt an Fisch bietet, angelten wir zunächst unsere eigenen Köder.

Mit einer Handvoll Futter, einer Elfmeter-Kopfrute, 20er Hauptschnur, Achter-Haken und zwei Maiskörnern freuten wir uns darüber, was der Fluss alles so in sich hatte. Wir fingen an diesem Tag ca. 30 Karpfen - jeweils um die zwei bis drei Pfund.

Unser Guide empfahl uns, es auch einmal auf Zander zu versuchen. Die Köderfische hierzu konnte man vor Ort an Tankstellen in Einmachgläsern erhalten (eingelegte Lauben) - wie praktisch!

In der vollen Mittagssonne legten wir unsere Zanderruten aus.. Halbstündlich liefen die Rollen und wir fingen Zander zwischen sechs und zehn Pfund - unglaublich, aber wahr! Bestens ausgestattet mit entsprechenden Köderfischen widmeten wir uns nun dem Welsangeln. Unseren Zeltplatz behielten wir und eine super Serie begann.

In den folgenden Tagen fingen wir ca. 65 Welse, die im Schnitt eine Länge zwischen 1,30 und 1,99 m hatten. Die größten Fische von 1,90 m bis 1,99 m und einem Gewicht bis 60 kg waren echte Highlights.

Das war mein bisher fängigster und schönster Angelurlaub, mit dem ebenfalls meine Leidenschaft für das Welsangeln begann. Grundsätzlich kann ich eine Tour an den Ebro – egal ob auf Zander, Karpfen oder Wels – nur empfehlen.

Man sollte jedoch beachten, dass dort inzwischen ein Nachtangelverbot herrscht.
Zwischen 24.00 und 06.00 Uhr darf das Tackle nicht am Wasser sein (auch keine Zelte), da es sonst von der ortsansässigen Polizei leider beschlagnahmt wird.

Weiterhin wird das Nachtangeln dort mit hohen Geldstrafen belegt.

Euer Martin

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