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Wintermomente

Knappe 90 Tage dauert er, der meteorologische Winter. Somit sind auf der Nordhalbkugel zur aktuellen Zeit, Anfang Februar, bereits zwei Drittel überstanden. “Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters” zitieren wir Khalil Gibran und geben somit auch unsere aktuelle Gemütslage preis.

So verbleiben dem Winter aus meteorologischer Sicht also nur noch 28 Tage, bevor der Frühling die Welt in neue Stimmungslagen versetzt. Man merkt es bereits jetzt schon, durch die spürbar länger werdenden Tage.

Noch aber beherrscht der Winter mit seinen kaltroten Fingern und eisigkaltem Atem das Geschehen, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt - nicht nur beim Schalke Spiel?!

So packten wir einfach mal Schal und Mütze ein, begaben uns in die Niederungen einer erstarrten, eisigkalten und doch faszinierenden Gewässerlandschaft. Wieder zurück und aufgetaut gibt es nun einige Bilder dieser Wintermomente

treibende Eisschollen

Selbst die hiesigen Kanäle blieben vom Eise nicht verschont. Die Entenschar versammelte sich auf den wenigen eisfreien Zonen.

Schnee überdeckte weite Teile der Landschaft und gefrorenes Wasser bildete bizarre Formen.

Nicht alle Gewässer werden von einer Eisdecke in Vollkommenheit überzogen.

Unter lautem Knirschen bahnen sich Eisbrecher den Weg, um die Schifffahrt aufrecht zu erhalten.

Die Winden und Motoren jedoch schienen wie eingefroren - Stille im weiten Rund des Hafens.

Nur diese schwarzen Biester sind auf der Jagd nach Fressbarem. Schreckt man sie auf, plustern sie sich und flattern hastig, um ihr Leben fürchtend davon, um irgendwo im Nirgendwo weiter zu jagen - wen interessierts?

Nicht nur Sagen ranken sich entlang diesen Spundwänden - auch Schneekristalle.

Einzig und allein das Rotlicht strahlte noch etwas mollige Wärme ab, alles Andere ist verborgen unter einer dicken Schicht aus Schnee und Eis.

Rama macht das Frühstück gut und eignet sich ebenso hervorragend für des Binnenschiffers Wohnzimmerfenster. Die ersten zarten Frühlingsgefühle machen sich durch das Necken der Erpel bemerkbar. Noch aber ist es nicht soweit.

Auch Manuel war mit der Kamera bewaffnet unterwegs und erlag den abstrusen Momenten einer winterlich erstarrten Landschaft.

Bitterkalt und schlummernd präsentiert sich der Winter als eine Oase der Ruhe und Stille - eingeschlossen unter dickem Eis.

Wir fuhren weiter und waren froh im Auto wieder etwas Wärme zu tanken. Vorbei an kahlen Bäumen mit steifgefrorenen und mit Schnee bedeckten Ästen. Wir entdeckten ein Gewässer wieder, welches in früheren Jahren von karpfensüchtigen umlagert war.

Beste Angelbedingungen, dazu noch mit 10° Grad Celsius aussichtsreiche Wassertemperaturen, waren wir überrascht, dass kaum einer einen Versuch an diesem kultigen Gewässer wagte? Gähnende Leere an den früher so produktiven Angelstellen?

Mal sehen, ob es die Zeit hergibt, im neuen Jahre mal wieder den Karpfen Nummer 1 des neuen Jahres aus dem trüben Wasser des ollen Kanals zu ziehen? Wunderschöne Spiegelkarpfen gibt es hier und es wäre doch wirklich einmalig, einen solchen in winterlicher Schneeatmosphäre zu präsentieren. Wen interessiert es da schon, wenn im Hintergrund die Schlote rauchen?

Das ansonsten rege Treiben schien an diesem Wochenende eingestellt und nur ein einziges Schifflein weit und breit.

Aber halt, was ist dort? Ein Bivy?! Ein grünes Karpfenangler Bivy! Also doch, einige wenige, Eingeweihte und Hartgesottene hocken in winterlicher Kälte und Stille am Ufer und warten auf die glücksseligen Momente ihres Bissanzeigers!

Mögen sie Erfolg haben, um nicht zu hinterfragen den Sinn und Zweck ihres Tuns in eisiger Kälte mit frierenden Nasen.

Aber was ist es denn letztendlich wert, ein Update ohne ein einziges Fischlein?

Na, dann aber schnell noch des Ollis Meerforellenbild aus dem Ablageordner der Festplatte gekramt, um wenigstens eins, ein einziges Bildchen einer längst verspeisten Forelle zeigen zu können.

Ach Fische, höre ich Wörner im Hintergrund raunen, tausende haben wir bereits gefangen, wen interessieren eigentlich noch gefangene Fische?

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